Nach­dem die gest­rige Keynote in Sachen Apple, Jobs & Inno­va­tion nicht groß­ar­tig über­ra­schen konnte – sich aller­dings die übli­chen Ver­däch­ti­gen** mit LiVE‑ßbertragungen und Nach­be­richt­er­stat­tung nur so die User strei­tig mach(t)en (äh, zur Kon­serve gehts hier) – gilt es heute mal ein neues Fea­tures der nächs­ten Mac OS X-Version zu über­den­ken: Time Machine. Sie soll uns das Back­u­pen abneh­men, ver­lo­rene Daten doch noch sicht­bar machen, ver­se­hent­lich Gelösch­tes auf­find­bar und nicht ganz dem digital-virtuellen Orkus unwie­der­bring­lich preis­ge­ge­ben. Meine Beden­ken sind ähnli­che wie die des Schock­wel­len­rei­ters: Das Pro­blem sitzt meis­tens 50 cm vor der Technik.

Aber auch andere Sor­gen drän­gen sich hier auf: Was ist mit ver­trau­li­chen Daten? Kann nach jedem Lösch­gang alles wie­der­ge­fun­den wer­den, ein­fach per Spot­light, wel­ches schon in jede Desk­to­pap­pli­ka­tion durch­ge­drun­gen ist? Kann nichts je wie­der end­gül­tig gelöscht wer­den? Was mir schon bei GMail ein wenig Bauch­weh berei­tet, stört mich auf mei­nem höchst pri­va­ten Daten­ab­la­ge­platz umso mehr. Auch, wenn es eine spe­zi­elle Mög­lich­keit zur „siche­ren Daten­lö­schung“ geben sollte, so wun­dert mich diese ein­ge­baute Wider­rufs­in­stanz bei Apple doch gewaltig.

Was ist denn aus ein biss­chen Dis­zi­plin und Ord­nung gewor­den? Men­schen, die mit mir ver­traut sind, wis­sen, dass ich pro­duk­ti­ves Chaos durch­aus dann und wann zu schät­zen weiß. Aber hier geht es ja nicht um Pro­duk­ti­vi­tät, son­dern um Daten­si­cher­heit. Und für die eigene Sicher­heit oder die der eige­nen Daten, da kann doch wohl ein Min­dest­maß an Dis­zi­plin nicht scha­den, oder seh ich hier etwas fun­da­men­tal falsch?

Was ich nicht lei­den kann, wo ich hell­hö­rig und wach werde, auf­hor­che und das Hirn ein­schalte: Wenn mir der Com­pu­ter sagt, ich bräuchte dies oder jenes nicht tun, er könne es viel bes­ser, ein­fa­cher, schnel­ler – . So gesche­hen, als mit dem Tiger auch eine omni­po­tente Suche namens Spot­light auf den Apple-Computern Ein­zug hielt.

Ich muss geste­hen: Ich bin ein Fan von Ord­nung, zumin­dest im Klei­nen. Ich weiß, wo ich wel­ches Doku­ment wann ablege, in der Regel auch, unter wel­chem Namen es als wel­ches Datei­for­mat vor­liegt. Ich war also ein Fan der Such­funk­tion bei Pan­ther (Jaguar hatte glaube ich eine ähnli­che, kann mich nicht mehr so genau daran erin­nern): Alles konnte man ein­stel­len, ent­spre­chende Ein­schrän­kun­gen vor­ge­ben in Bezug auf (fast) alle bekann­ten Details der gesuch­ten Dateien ein­ge­ben und der Such­vor­gang endete meist erfolg­reich. Jetzt gibt es Spot­light und mit Spot­light wurde plötz­lich behaup­tet, eigene Datei­struk­tu­ren seien obso­let, Spot­light finde alles, über­all viel schnel­ler, als sich der User durch den Fin­der kli­cken könne.

Ihr ahnt es bereits: Ich bin auch ein Fan von Datei­struk­tu­ren. Sicher erhebe ich Struk­tu­ren nicht zum Selbst­zweck. Aber: Logisch und sinn­voll ange­ord­nete Abla­ge­mög­lich­kei­ten, wie sie z. B. das Hei­mat­ver­zeich­nis eines jeden Macs (natür­lich auch bei uni­xo­iden und Linux­sys­te­men) schon von sich aus bie­tet, sind etwas Fei­nes, meine ich. Im Falle eines Fal­les: Hei­mat­ver­zeich­nis schnap­pen, sichern, auf neuen Mac oder PC tun – fer­tig. Schmerz­frei und ohne Ver­lust der per­sön­li­chen Daten. Was ist so schlimm daran, sich aus­zu­ken­nen, zumin­dest in sei­nem eige­nen Hei­mat­ver­zeich­nis? Oder einen Plan für den Not­fall zu haben? Rich­tig: Nichts ist schlimm daran. Im Gegen­teil: Es ist nicht etwa geekig, nein wir (mich selbst schließe ich hier ein) sind dank­bar für einen Plan wenn mal was schief geht. Mit einem Plan B schlief schon Egon ruhi­ger. Und da Mur­phy immer Recht hat und ich ich bin, schlafe ich per­sön­lich mit einem Plan B auch ruhi­ger. Aber genug von mir.

Jetzt also soll der Com­pu­ter bes­ser wis­sen, wie und wann ich auto­ma­ti­sche Back­ups mei­ner Daten auf mei­ner sowieso schon über­vol­len Fest­platte brau­che. Nun, das gefällt mir aus meh­re­ren Grün­den nicht, ins­be­son­dere, weil ich eine eigene Back­upst­ra­te­gie habe. Viele Men­schen haben diese nicht, also muss es ihnen der PC abneh­men, indem er auto­ma­tisch ein­greift, wo sein Benut­zer ver­meint­lich zu dumm/faul/inkonsequent/was auch immer – ist.

Gut, Time Machine ist eigent­lich eine Backup-Hilfe, die modi­fi­zier­bar ist, und nicht beson­ders nah an den, den User für unmün­dig erklä­ren­den, Assis­ten­ten aus der Windows-Welt. Trotz­dem bleibt ein bit­te­rer Beige­schmack. Wahr­schein­lich nur stress­be­dingte Para­noia als Reak­tion auf Ver­än­de­rung. Viel­leicht aber auch das ungute Gefühl, dass sich die Tech­nik irgend­wann doch für schlauer hält als ihr Nut­zer. Oder doch die Hin­ter­tür für Unge­ahn­tes öffnet.

Aller­dings ist das doch alles etwas erschre­ckend, auch wenn die Erfin­dung aus dem Hause Apple kommt und aller Orten gelobt wird.

Gut, mei­nem klei­nen iBook werd‘ ich den Leo­par­den eh nicht zumu­ten. Und auch Spot­light ist nicht schnell genug auf dem Rech­ner, sodass es die Non-Plus-Ultra-Alternative zum Abla­ge­sys­tem für mich ist. Abge­se­hen davon, dass es mir nicht an einer Fin­dest­ra­te­gie (Spot­light) geman­gelt hat, weil ich eine Abla­ge­stra­te­gie habe (ver­nünf­tige Struk­tur im Hei­mat­ver­zeich­nis), will ich auch selbst ent­schei­den, was wo wie abge­legt wird. Ich will das übel (Chaos) an sei­nem Ursprung (ent­ste­hen von Daten) ver­mei­den (mit­tels Ablage) und es nicht auf spä­ter ver­schie­ben (Suchen & Fin­den), wenn es gar schon zu spät ist.

Ich will die Über­sicht haben, mich im Sys­tem wie in mei­ner Wes­ten­ta­sche aus­ken­nen. Ist ja auch meins, nicht das von Spot­light. Ich will nicht Spot­light oder Bea­gle oder die Google Desk­top­Se­arch befra­gen müs­sen, wo sich evtl. meine letzte Tele­fon­rech­nung befin­det. Oder das Ange­bot der Auto­ver­mie­tung. Oder der letzte iTunes-Beleg. Ich will mich selbst befra­gen kön­nen und mich nicht schul­dig füh­len, weil ich ohne Such­hilfe nicht mal mehr meine selbst­pro­du­zier­ten Daten wiederfinde.

So, ihr seht, das Thema lässt bei mir Panik auf­kom­men. ;) Der Über­sicht­lich­keit hal­ber habe ich daher einen klei­nen Mini‑Überblick (ohne wei­ter­füh­rend, wis­sen­schaft­li­che Erör­te­run­gen) zum Thema „Die eigene Back­upst­ra­te­gie fin­den und durch­hal­ten“ geschrie­ben, damit ihr euch nicht immer durch alle unre­le­van­ten Dinge lesen müsst, die mir gerade so im Hirn rum­spu­ken. ;)

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** z. B. MacEs­sen­ti­als iro­nisch, lite­ra­risch & etwas schwach auf der Brust, aber mit Ticker, das fsck­log mit Ticker, tech­nik­be­geis­tert, unge­dul­dig und neu­gie­rig, die App­le­mat­ters natür­lich wie­der aus­führ­lichst und Mac Rumors mit bebil­der­ter Berichterstattung

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Unter dem Aspekt habe ich Time Machine noch gar nicht betra­chet. Liegt womög­lich daran, dass ich an mei­ner Back­upst­ra­te­gie auch bei Leo nichts ändern werde. Aber du hast natür­lich Recht. Sehr guter Bei­trag! :)

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