Bin ich eigentlich die einzige, der es Genugtuung bereitet, für Software, die man (täglich) benötigt und Wert schätzt, gutes Geld zu bezahlen? Manchmal kommt es mir so vor, aber ich weiß, dass es einige andere (und viele mehr) auch so sehen.

Meine Grundsatzposition dazu ist ja weitgehend bekannt … ABER: Wenn doch nun jemand seine Freizeit in ein kleines, effizientes Freeware‑ oder OpenSource-Tool/-Projekt, was auch immer steckt und man findet gefallen daran, dann tut eine kleine Spende, der Kauf nach Ende der Trial-Version, usw. doch nicht weh, oder?

In einigen Beiträgen hatte ich mich mit dem Thema bereits auseinander gesetzt.* Ich habe in den letzten Wochen Software gekauft, die ich gut finde und regelmäßig nutzen werde, von der ich also denke, dass sie ihr Geld wert ist. (iWork bzw. Keynote für die Unipräsentationen, iLife ‚06, auch für Unipräsentationen und Tiger als DVD.) Oder man schreibt einen kleinen Review über das Tool, empfiehlt es Freunden, verbreitet das Wort—es gibt so viele Möglichkeiten.

Jetzt lese ich in der von mir geschätzten ZEIT.de in einem Vista Review für den Ottonormalverbraucher, folgenden, zunächst sehr weisen Rat in Bezug auf MS neues Betriebssystem Windows Vista (der sich im übrigen mit Expertenmeinungen aus der Netzeitung und mit dem normalen Menschenverstand deckt):

Anders also als noch zu Zeiten von Windows ME muss man sich heute nicht mehr fragen, ob Windows läuft, sondern „ob Windows auf diesem PC läuft“. Und berappen muss der geneigte Windows-User natürlich auch ein wenig: Die all-inclusive-Version Windows Vista Ultimate wird 549 Euro kosten, die Version Home Premium gibt es für 329 Euro. Da lohnt es sich, dreimal zu überlegen, ob ma nicht doch besser wartet. Wartet, bis die ersten Kinderkrankheiten beseitigt sind. Wartet, bis genügend getestete Hardwaretreiber zur Verfügung stehen. Wartet, bis auch die benötigte Software auf Vista läuft.

Aber dann kommt im letzten Satz eine Bemerkung, die ich komisch finde:

Bis dahin ist der heimische PC sowieso veraltet – und beim Kauf eines neuen gibt’s Vista gratis dazu.

Sicher, wenn sowieso der Kauf eines neuen Rechners ansteht, ist es rational zu warten, bis es das Bundle gibt. ABER: Wenn einem Vista so wichtig ist, sollte es einem den Preis auch wert sein. Meine Logik geht in folgende Richtung: Ist das Produkt seinen Preis nicht wert, dann empfindet man das Preis-Leistungs-Verhältnis als nicht gerecht/lohnenswert … etc. Ergo: Man ist mit dem Produkt nicht zufrieden. Ergo: Man sucht sich ein Substitut.

Irgendwas sehe ich vielleicht doch falsch … oder auch nicht: Die Lesermeinung von Thomas Strenger zum entsprechenden FAZ.net-Artikel gibt Antworten und scheint meine Perspektive zu teilen—natürlich finde ich nicht, dass MS vieles richtig macht … . ;)

PS: Ja, ich versuche mich mit allen Mitteln von traurigen Realitäten abzulenken.

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* z.B. hier:

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