Wie bereits mehrfach versprochen hier nun eine zweiteilige Reihe zum Thema Bewerben mit LaTeX.
Vorworte – oder: Was es hier nicht zu lesen gibt
Ich möchte an dieser Stelle weder diskutieren noch gar empfehlen, was in eine Bewerbung so rein gehört, was notwendig ist oder etwa was das gewisse Etwas einer Bewerbung ausmacht, das dann garantiert zum Erfolg führt. Ich bin weder eine Kennerin der Szene, noch glaube ich, dass es für solcherlei Dinge – abgesehen von einigen Grundsätzlichkeiten und sprach‑ bzw. kulturraumspezifischen Anpassungen – ein Patentrezept gibt.
Auf dem Markt tummeln sich viele, die genau zu wissen glauben/scheinen, was richtig und falsch ist – ich will mich da raus halten.
Allerdings zeigen die Suchbegriffe meiner Nutzer, dass ein gewisses Interesse daran besteht, LaTeX auch außerhalb universitärer Projekte zu verwenden, weshalb ich an dieser Stelle das Interesse aufgreifen und mit einigen Informationen aufwarten möchte, die mir gerade recht aktuell präsent sind und hoffentlich den Informationssuchenden weiter helfen. Es soll hier darum gehen, evtl. schon bekannte Vorzüge von LaTeX auch im Bewerbungsverfahren zu nutzen und mit Geschmack, Typographie und dem etwas „anderen“ Aussehen der Papiere auf sich aufmerksam zu machen und sich so evtl. von der Masse an Word/Textverarbeitungs-Lebensläufen abzuheben.
Für Anmerkungen, Kritik oder Ergänzungen bin ich – wie immer – dankbar!
Und nun geht’s los – mit den Vorbemerkungen
Loslegen mit LaTeX
- Dir eine lauffähige LaTeX-Distribution zur Verfügung steht. Was LaTeX ist, wo Du es her bekommst und wie Du es installierst (d.h. lauffähig bekommst), verraten einige andere Beiträge und Quellen.
- Du weißt, wie Du ein Paket in ein LaTeX-Dokument einbindest, neue Pakete installierst und auch in Deine bestehende LaTeX-Installation einpflegst.
- Du neben den LaTeX-Grundlagen (bspw. Unterschiede zwischen Dokumentklasse, Style-Datei und Paketen) auch schon mit der Technik des Dokumentsetzens vertraut bist.
D.h. an dieser Stelle erwarten Dich keine –
- allgemeinen Infos oder Installationshilfen (zu LaTeX, Texteditoren, –),
- inhaltlichen Bewerbungsratschläge oder tot-sicher-Vorschläge,
- Ein-Weg-Lösungen für jedes Problem oder jede Bewerbung.
Ziel des Beitrags soll es sein, dass Du am Ende einen einfachen Lebenslauf setzen, und an Deine Bedürfnisse anpassen kannst.
Da auch ich so vorgegangen bin, werde ich Beispiele für einen internationalen/englischen CV und einen in Deutschland allgemein üblichen Lebenslauf bringen. Natürlich sind die Beispiele austauschbar.
Die Screenshots sind unter Mac OS X.4 angefertigt, meine LaTeX-Distribution ist die aktuelle MacTeX-Version. Als Editor ist TeXShop im Einsatz. Natürlich funktioniert das alles mit marginalen Anpassungen auf allen anderen Systemen.
Lebenslauf – von Klassen, Styles, Paketen und der Qual der Wahl
Soweit ich das bisher ausprobiert habe und überblicke, gibt es momentan – neben dem kompletten Selbststricken – sechs Möglichkeiten, den eigenen Lebenslauf mit LaTeX und entsprechenden Paketen/Klassen/Styles zu realisieren:
- das currvita-Paket von Axel Reichert für einen (einfachen) tabellarischen Lebenslauf;
- die CurVe-Klasse von Didier Verna mit vielen Anpassungsmöglichkeiten und Gestaltungsspielräumen;
- das CV-Style von Antonio Pereira & Marcou Gilles;
- die moderncv-Klasse von Xavier Danaux;
- das cv-Paket von Philip Maier, sowie
- die inoffizielle europeCV-Klasse von Nicola Vitacolonna.
Ich persönlich habe das currvita-Paket und die CurVe-Klasse getestet, die Ergebnisse könnt ihr hier abrufen. Auf das die europeCV-Klasse möchte ich nicht eingehen, da die neue Norm zum europäischen Lebenslauf sich a) nicht bei Personalern durchzusetzen scheint und b) wohl (auch deswegen) nicht besonders gefragt sein dürfte. Solltet ihr großes Interesse daran haben, werde ich mir die aber auch noch unter die Lupe nehmen.
Je nach Bewerbungsanlass (Führungsposition in Chefetage vs. Kaffeekocher und Kopiermädchen … äh Praktikant/in) hat man andere Bedürfnisse und Anforderungen den CV betreffend. Jedes der Pakete hat – wie man sehen wird– Stärken und Schwächen. Damit es übersichtlich bleibt, gibt es für jede Variante einen eigenen Beitrag.
Weiter geht’s zu –
- Bewerben mit LaTeX Ⅰ – Die Kurzbewerbung mit dem currvita-Paket
- Bewerben mit LaTeX Ⅰ – Der Lebenslauf mit der CurVe-Klasse
- Bewerben mit LaTeX Ⅰ – Der Lebenslauf mit CV.sty
- Bewerben mit LaTeX Ⅰ – Der Lebenslauf mit der moderncv-Klasse
- Bewerben mit LaTeX Ⅰ – Der Lebenslauf mit dem cv-Paket
- Bewerben mit LaTeX Ⅱ – Das Anschreiben im Letter Modern-Style
- Bewerben mit LaTeX Ⅱ – Das Anschreiben im KOMA-Script style
- Bewerben mit LaTeX Ⅱ – Das Anschreiben mit scrlttr2
Weil ich weiß, dass man bei solchen Angelegenheiten gern mit Vorlagen arbeitet und sofort loslegen möchte, werde ich versuchen, jedes Beispiel mit Download anzubieten. Am Ende soll ein lauffähiges Komplettpaket mit allen Beispielen und Mustern geschnürt werden. Bis dahin ist es aber noch ein wenig hin.
PS: Verlinkt wird erst bei Fertigstellung der jeweiligen Beiträge!
PPS: Das Projekt Open Clip Art Library sammelt zahlreiche, offene Vektorgraphiken. So auch unser Model Tux, das sich freundlicher Weise für die Beispielfotos in den Bewerbungen zur Verfügung gestellt hat.
1. Amys Welt » Blog Archive » Bloggen f
10/04/2007 06:35 pm[…] lasse ich mich davon ab und zu zu Beiträgen inspirieren. So begann bspw. auch die Reihe „Bewerben mit LaTeX„. Im Softwareblog berichte ich auch über Tools, die ich persönlich im […]