scheint er gute Chancen bei der Süddeutschen oder zumindest bei ihrer online-Variante zu haben. Herr Kortmann schien Bedarf anzumelden, die Süddeutsche gab ihm bedenklich viel Raum zur Bedürfnisbefriedigung. Hier meine persönliche Meinung dazu, eine Analyse seiner Argumentation würde ich gern noch nachliefern, steht aber aufgrund von Prüfungsstress demnächst nicht zu befürchten.
Der Artikel ist eine peinliche Angelegenheit, weil da ein Exempel statuiert wird, dass IMHO relativ substanzlos ist— die Medien fliegen ja selbst auf Apples Gerüchteküche und das iPhone, der Hype ist also nicht nur von Apple initiiert (falls man das so sehen möchte), die Medien tragen den Hype ja wohl freiwillig mit—auch Herr Kortmann, denn schlechte PR ist immer noch besser als keine PR und bad news is good news.
So what? Dass Apple funktionierende Marketingstrategien fährt, weil es eine Firma ist, die durch Verkäufe Geld verdient, kann man Apple wohl nicht vorwerfen. Dass Windows Vista mit neuen Hardwareanforderungen vielen Nutzern glaubhaft macht/machen will, sie bräuchten nun unbedingt neue Hardware wirft MS ja auch niemand vor. Wenn die Autoproduzenten teure neue Flitzer für die oberen 10.000 vorstellen, werden Messen von hochrangigen Politikern eröffnet und dies wird als positives Zeichen gesunder (Markt‑)Wirtschaft beklatscht. Dass sich Hartz IV-Empfänger kein Auto leisten können, wird dort nicht beklagt.
Und auch das Argument des ach so unmündigen Konsumenten lasse ich in diesem Fall nicht gelten: Ich jedenfalls halte insbesondere Apple-Käufer für aufgeklärte und mündige Konsumenten:
1. Sie kaufen nicht, was alle kaufen, IMHO muss da ein Bewusswerdungsprozess über eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Anforderungen etc. stattgefunden haben. Selten werden Apple-Produkte gekauft, weil sie der Nachbar hat/sich damit vermeintlich auskennt/diese empfiehlt—dem Aldi-Rechner-Käufer wird sein Verhalten auch nicht vorgeworfen. Leute, die Produkte kaufen, weil sie immer das Neueste haben wollen (und demzufolge zu brauchen glauben) gibt es ja auf beiden Seiten: Neue noch so teure Grafikkarten von NVidia, die neueste Konsole usw.—alles technisches Equipment dass oft wohl nicht unbedingt benötigt wird, aber besitzt werden möchte.
2. Ich glaube nicht, dass jemand vom bösen marktwirtschaftlichen System gezwungen wird, Apple-Produkte zu erstehen, im Gegenteil: Nicht-Apple-Produkte kann man überall kaufen, sie sind tendenziell besser und leichter im größeren Übermaß verfügbar. Auch hier muss sich der Apple-Konsument (je nach Standort) mehr oder minder kritisch mit seinem Bedürfnis auseinandersetzen.
3. Der Mann hat keine Aussage. OK, er möchte Kapitalismus‑ und Konsumkritik betreiben. Warum kritisiert er nicht Dinge, die Substanz haben? Und wenn es unbedingt Apple sein muss: Warum geht er nicht auf die Kritik am Ressourceneinsatz des Unternehmens ein? Oder auf intransparente Zukunftsplanungen (Stichwort Mac OS X-Umstellung und Intel-Switch)? Warum ist die Consumer-Kultur, die die Konsumenten einer bestimmten Marke vermeintlich verbindet so ein Problem für Herrn Kortmann?
4. Meine Meinung: Weil er oberflächliche, voreilige und falsche Schlüsse zieht, die sich bequem in sein Konzept einpassen. Er fühlt sich wohl, weil er eine polarisierende Firma gefunden hat, an der er nun mal seine schlechte Laune auslassen kann, der er es mal richtig zeigen kann. Apple ist nämlich böse. Ja alles klar.
5. Wenn Herr Kortmann so für Konsumentenrechte und gegen Konsumentenverdummung ist, warum erklärt er geplagten MS Office-Nutzern nicht, wie sie Microsoft dazu bringen, nach 20 Jahren Entwicklungszeit für ihr teuer verdientes Geld auch mal ein vernünftiges Produkt auszuliefern? Oder zeigt den armen und von Medien falsch geleiteten Konsumenten nicht Wege aus dem Dilemma auf? Führt den Konsumenten—das freilich beschwerliche, weil nicht einfach konsumierende, sondern wirklich organisierte Bedürfnisbefriedigen realer Bedarfsstrukturen vor, so wie es Stephan Maus (übrigens auch in der SZ) und Julia Zeh (in der Zeit) mit ihren, den Konsumenten aktivierenden Beiträgen geleistet haben. Das nämlich geschieht auf einer ganz anderen Ebene, die auch eine echte Alternative zu präsentieren vermag.
Warum, frage ich mich, geht Herr Kortmann nicht diesen Weg? Richtig: Weil Herr Kortmann gar keine Lösungen für uns bereit hält. Meckern kann er, informierte Antworten geben offensichtlich nicht. Dazu müsste man halt auch mal recherchieren. Dabei würde dann kein semi-philosophischer 08⁄15 Artikel entstehen, der sich wohl gut platzieren aber schlecht lesen lässt. Dann würde einem ja die Substanzlosigkeit der eigenen Argumentationsstrategie klar werden. Nein, das geht natürlich nicht.
Dass Herr Kortmann das f-Wort in seinem Artikel, wenn auch in einem höchst geschmacklosen Wortspiel, verwendet, disqualifiziert diesen Beitrag in meinen Augen schon. Und ja, ich weiß dass das F-Wort auch noch andere Bedeutungen haben kann und an sich einem historischen Wandlungsprozess unterliegt, wie jedes Sprachelement. Trotzdem.
Einen solchen Artikel bei der Sueddeutschen lesen zu können, hätte ich—ehrlich gesagt—nicht erwartet. Auch Journalisten sind nur Menschen und ich gehe jetzt mal davon aus, dass Christian Kortmann einfach einen schlechten Tag hatte. Gerade an solchen Tagen sollte sich ein Produzent aber auf seine Marketingabteilung—ein Schreiberling auf seine Redaktion und den zuständigen Chefredakteur—verlassen können. Allein des Konsumentenschutzes wegen.
1. Nostromo
27/01/2007 08:13 amSorry, aber ich bin der Meinung, dass du den Artikel in der SZ falsch verstanden hast oder falsch verstehen wolltest. Ich habe ihn mir nach einer Empfehlung im Macuser Forum durchgelesen und muss Herrn Kortmann zustimmen, auch wenn ich selbst seit langer Zeit (iBook G3) ein großer Apple Fan bin. Dein vergleich mit Microsoft und den Automessen hinkt meiner Meinung nach gewaltig, ich weiß aber nicht, ob ich hier genug Platz habe, um es genau ausführen zu können, daher nur kurz: Bei Automessen wird in den Nachrichten nie gemeldet „Porsche hat den neuen Cayenne vorgestellt und erfindet das Auto neu, weil die Rückspiegel abblenden“. Es wird (meist) objektiv die Eröffnung gezeigt und ein kleiner Rundgang gemacht aber nicht explizit auf Produkte eingegangen. Das geschieht seit neuerem nur bei Apple und das ist es, was er Kortmann anspricht. Apple hat ein so geschicktes Image aufgebaut, dass alle Produkte zu „must have“ Produkten werden, ohne dass von vielen Leuten noch der genaue objektive Wert hinterfragt wird. Die wenigsten Leute, die ich kenne, haben sich wirklich gefragt, ob Apple mit dem iPhone das Telefon wirklich neu erfunden hat. Die wenigsten Medien im Übrigen auch. Apple hat es gesagt, also wird es stimmen. Ich finde es großartig, wenn man über Zeitungsartikel diskutiert, denn auch diesen sollte man nicht immer vorbehaltlos Glauben schenken. In diesem Fall muss ich Herrn Kortmann allerdings recht geben, denn viele Leute lassen sich mittlerweile von einer Apple Euphorie hinreisen, die ihnen ein (unberechtigtes) Gefühl der Leere gibt, wenn sie das neueste Produkt nicht sofort kaufen. Ich selbst bemerke das an mir und finde es merkwürdig, dass Produkte so etwas hervorrufen können. Aufklärende Beiträge wie die von Herrn Kortmann können manchmal den Blick etwas schärfen, wofür ich den Autoren dankbar bin.
PS: Falls ich in meinem Text etwas geschrieben habe, was du jetzt persönlich nehmen solltest, war es nicht so gemeint. Ich wollte nur meine Meinung objektiv mitteilen. Aus dem Macuser Forum weiß ich, dass manche Appler Kritik an „ihrem“ Produkt als Selbstkritik verstehen (nicht auf dich bezogen). Auch das erwähnt Herr Kortmann (dafür steht das „i“ bei den Produkten).
2. Anna-Maria
28/01/2007 11:10 amWie gestern schon im Forum angekündigt, hier noch mal eine ausführlichere Antwort. Hab ich schon gestern morgen geschrieben, aber noch ein bissl nebenbei dran gefeilt. Jetzt ist es fast doch schon ein ganzer Review geworden, aber was solls.
Hi Nostromo (und andere Interessierte),
ich gebe Dir absolut recht: So unangenehme Schreiberlinge braucht es, denn ihre Aufgabe—die sie ja auch oft genug wahrnehmen—ist es ja, ab und zu auch mal unangenehme Wahrheiten zu verbreiten, keine Frage.
Ich begrüße auch solche „Querdenker“-Artikel, sie haben schon das Potential wach zu rütteln, dem Leser mal den Spiegel vorzuhalten, wenn er es denn zulässt.
Aber solche Artikel, meine ich, sollten dann nicht willkürlich irgendwelche Beispiele herausgreifen oder zumindest sagen, dass sie das tun. Wenn er den Beitrag im ironischen Stil verfasst hätte—so a la gucken wir mal zu einer Konsumsekte aus Cupertino, Californien, wo sich fortschrittsgierige Jünger aller Art um den charismatischen Führer S. J. und Überbringer der vermeintlichen technischen Heilsnachrichten dieses Jahrhunderts scharen, um seine Nachricht Kreuzritter gleich in alle Welt zu tragen, seinem Beispiel zu folgen und sich auf diese Weise ihrem Heilsbringer zu nähern. Usw. Usf.. Da hätte man dann mit einem Schmunzeln gemerkt: Aha, er nimmt dieses Beispiel, weil es ein Gutes ist und bei den Leuten ankommt. Im Grunde schmunzelt man ja über Apple, hinterfragt dann evtl. sein eigenes Konsumverhalten und seine Beziehung zu der uns umgebenden Elektronik. In Ordnung.
Was ich für wenig journalistisch korrekt halte (bin da von Hause aus geprägt) und einfach auch für schlechten Stil, ist die Tatsache, dass er versucht zu einem Rundumschlag auszuholen und all seiner Kapitalismuskritik Ausdruck zu verleihen—und das Beispiel aber hinten und vorne zurecht schnippelt. Ich will jetzt aus Zeitgründen nicht auf die Einzelpunkte eingehen, aber es ist ja klar, dass man jede Menge Kritik auf unterschiedlichster Grundlage führen kann.
Schon ein Blick in die Wikipedia verrät, dass aufgeklärte Kapitalismuskritik von vielen verschiedenen Seiten kommen kann. (Ich will jetzt nicht darüber diskutieren, ob die Wikipedia ein qualifiziertes Recherche-Instrument ist.) Folge: Es gibt mehrere Grundlagen, Adressatenkreise und Lösungen für das Dilemma. Ein guter Journalist würde m.E. die richtigen Mittel einzusetzen wissen, um die richtigen Leute anzusprechen.
Denn: Jeder trägt so seine Brille mit sich herum und macht sich ein Bild von den Dingen. Entscheidend ist doch, wenn man sich als nicht objektiv berichten wollender, sondern Kritik übender Journalist, dass die eigene Perspektive auf das Problem mal genannt wird. In meinem Fall müsste ich für diesen Artikel sagen: Ich bin Apple Userin, ich habe 3 Jahre Literatur‑ und Sozialwissenschaft nebst Philosophie studiert, befasse mich nun mit Konflik‑ und Friedensforschung (hungernden Kindern in Afrika, absaufenden Inseln in Südostasien etc.) und das mir monatlich zur Verfügung stehende Budget lässt mich nicht mal im entferntesten auf die Idee verfallen, Dinge zu erwerben, die ich nicht aus irgendeinem (eher mehr als minder existentiellen) Grund benötige. Ich kenne Menschen denen es nicht so geht und andere Menschen, die viel Kohle haben, das auch zeigen und im Leben noch nicht für ihr Geld arbeiten mussten. WIll ich denen deswegen ans Bein Pipi machen? Nein. So, das ist meine Perspektive. Musste ich oben nicht nennen, denn das ist mein Blog, jeder der hier eine handvoll Artikel von mir liest, weiß das auch so. Nur von Herrn Kortmann kenne ich den eigenen Standpunkt, der seine Sicht der Dinge und seine Argumentationsgrundlage aufgrund seines Habitus‘ beeinflusst, nicht. Wie auch, er legt ja direkt gepfeffert los.
Ich mutmaße jetzt mal, denn er drückt sich nicht klar aus, dass er eigentlich die Deprivationserscheinungen des so freimütig zelebrierten Konsums steinigen will: In der Werbung, von mächtigen und teuren Marketingabteilungen usw. wird suggeriert: Auch für den armen Studenten von nebenan kann Apple Gutes tun. Die neueste Errungenschaft kann jeden profitieren lassen, sie ist nur eine Kredikarte und 3 Klicks im Apple Store entfernt von der Seligmachung eines jeden. Diese aggressive „Jeder kann profitieren“ wird dann umgemünzt in ein „Wenn Du smart bist“ (nicht: Wenn Du die Kohle hast) dann ergreifst auch Du die von Apple großzügig bereitgestellte Chance dazu zu gehören und glücklich zu sein. Wenn Du nicht profitieren willst—selbst Schuld, Du hattest Deine Chance. Man sieht, ich kann auch Apple-Kritik, aber bei mir hat sie, mit Verlaub—auch wenn Eigenlob stinkt—Hand und Fuß. Als zweiter Punkt wird wohl die Versklavung der Konsumenten, die sich heute nur zu gern (oder: zu schnell?) dem Technikgötzen unterwerfen, angeklagt. Der Technikgötze wird darauf hin angebetet—als Stellvertreter jener Firmen und Marketingabteilungen, die hinter der Technikgottheit die Strippen ziehen und im Verborgenen die Konsumenten wie Marionetten spielen lassen, angeheizt von riesigen Werbeetats. Ich verstehe nicht, warum er sich in seinem Artikel verzettelt, wenn er doch so viel zu sagen hat.
Lange Rede, kurzer Unfug:
Ich finde den Artikel nicht schlecht, weil er etwa die Computermarke „beschmutzt“, der ich zufällig den Vorzug gebe. Ich finde ihn wenig gelungen WEIL er a) so tut als spräche er über etwas und dann spricht er über etwas anderes, b) schon allein die Überschrift suggeriert, es handele sich hier um ein höchst individuelles Phänomen einer bestimmten Marke(tingabteilung), dem ist aber nicht so. Was machen denn Coca Cola mit CokeFridge (Kundenbindung auf reiner Reiz-Reaktions-Belohnungsbasis) oder auch der mehr oder minder fehlgeschlagene Microsoft Versuch eine saubere Kundengemeinschaft zu gewinnen bzw. zu kreieren mit ihrer Microsoft Genuine Software Initiative. Das alles zielt doch darauf dem Kunden zu suggerieren: Du bist clever, – Du bist etwas besonderes, Du gehörst zum Club. Bei Apple funktioniert dies offensichtlich, die „Du bist Deutschland“-Kampagne hat gezeigt, dass es nicht immer funktioniert. Technik ist halt was anderes als nationale Identität. Daher bezweifle ich, dass der Gebrauch der Technik zwangsläufig Teil des Identitätskonzeptes von Menschen werden/sein muss. Nur eben bei einer bestimmten Zielgruppe und die wird angesprochen und hart umworben, wie auch Autokäufer, Delikatessen-Liebhaber usw. Den meisten Menschen ist doch egal, welchen PC, welches Betriebssystem, welches Auto sie nutzen, solange der Kram funktioniert. Image lässt sich erst dann mittels Kaufkraft reproduzieren, wenn das positve Image bei einem vorhanden ist (in dem Beispiel Apple—wie auch immer es entstanden sein mag) und einem, dem glaubhaft gemacht werden kann: Du kannst ein Stückchen vom guten Image abhaben! (Notwendige aber von der Werbung oft ungenannte Bedingung hier: wenn Du bezahlst.). Die mehr oder minder selbst gewählte Zuordnung zu einer bestimmten Konsumentengruppe scheint also aufgrund der Wahlmöglichkeit stärker als Identifikationsmerkmal zu funktionieren, als bspw. nationale Identität. Ich sortiere mich freiwillig in die Konsumentengruppe einer Firma—wo ich geboren werde oder wer meine Eltern sind, suche ich mir nicht aus.
ⅽ) Er macht die Richtung aus der er kommt nicht deutlich, im Artikel geschieht dies, soweit ich sehe, auch nicht implizit. Aufklärung von Alltagsgeschehen und Bewusstmachen von nicht hinterfragten Alltagspraxen ist mir immer willkommen—wenn denn klar wird aus welcher Richtung die Aufklärung kommt und wohin sie führt! ⅾ) Wie oben bereits genannt, eröffnet der Artikel keine Perspektiven für den Leser.
Das mögen in Einzelpunkten alles kritikwürdige und subjektive Einschätzungen und Einzelmeinungen zu einem (polarisierenden) Artikel sein. Aber ich finde, irgendwo hört die journalistische Freiheit auf—und genau da beginnt journalistische Verantwortung. Ich sage nun nicht, dass man nicht mehr publizieren sollte, aus Angst, falsch verstanden zu werden. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wieviele Leute werden den Artikel lesen und sich in ihrer Meinung bestätigt sehen? Der Artikel spricht einigen aus dem Herzen, weil es um Apple geht, sie betreiben Mundpropaganda und dann landen wieder absolut fehlinformierte Leute in den Foren. Bisschen verkürzt dargestellt, aber alles schon dagewesen.
Wieviele Leute, die wirklich beide Seiten kennen und reflektieren (können/wollen) lesen den Artikel und diskutieren anschließend darüber?
Ich mutmaße mal, dass der Mann ja Richtiges & Wichtiges meint und anklagt. Er spielt ja in einem Absatz
sogar auf eine gewisse Lösungsmöglichkeit (staatliche/politische Beschränkung der Macht des Geldes zur Stärkung der Konsumentenposition zum Wohle und Wohlstand der natürlichen und humanen Umwelt) an.
Aber als Journalist sollte man dann auch in der Lage sein, dass so auszudrücken, dass die Botschaft dem Leser auch klar werden kann und sich nicht versteckt hinter dem Vehikel der Message. Ich kritisiere hier also, um das noch mal klar zustellen, das Wie das Sagens, nicht das Was. Meinungsfreiheit und so.
PS: Und ja: auch ich halte überhaupt nichts vom iPhone und dem Hype, den es ausgelöst hat bzw. der jetzt so darum veranstaltet wird. Auch Nachrichtenleser sollten kritisch ihren Newskonsum reflektieren können, jedenfalls glaube ich nicht alles, was in der Zeitung steht.
PPS: Die Käufer entscheiden selbst, was für sei ein Must-Have ist und Apple tut als Firma alles, um den Absatz zu stärken. Menschen die Leere verspüren, weil sie das Neueste vom Neuen (egal von welcher Firma) nicht haben, tun mir sehr leid. Genau jene Menschen sollten mal über die Höhe der Spenden nachdenken, die sie im letzten Jahr getätigt haben, oder über die Stundenanzahl, die sie ehrenamtlich geleistet haben. Ich vermute, da wären Gefühle der Leere und des Unzulänglichkeit eher angebracht—was nun auch keinesfalls gegen Dich, Nostromo, persönlich gerichtet ist! Dass Du hier Deine Meinung mitteilst, begrüße ich sehr! Es ist für mich immer wieder interessant zu sehen/lesen, wie unterschiedlich die Publikationen die ich hier diskutiere, bewertet, gelsen und reflektiert werden.
Für alle Interessierten: Der angesprochenen Forenthread findet sich hier.
3. Amys Welt » Blog Archive » Kinobesuch am Samstagabend: Babel
28/01/2007 01:37 pm[…] Da die Hausarbeit zum Thema UN Reform Issues and Proposals nun einigermaßen Form annimmt, habe ich mich gestern Abend mit einem Kinobesuch (und gestern Morgen mit dem Schreiben eines längeren Kommentars) belohnt. […]
4. Nostromo
28/01/2007 04:17 pmUiuiui, das ist ja ein ganzen Buch geworden ☺
Eigentlich wollte ich mich mit dem Thema öffentlich nicht so lange auseinandersetzen aber ein kleiner Kommentar muss dann doch noch sein.
Ich werde nicht zu sehr ins Detail gehen, weil es meist schwer (sinnlos?) ist, gegen Leute aus dem Macuser Forum zu argumentieren oder die eigene Sicht klar zu machen.
Deine Erläuterung, dass der Autor hätte schreiben sollen, dass er mit Apple ein willkürliches Beispiel herausgreift oder den Artikel ironischer hätte verfassen sollen, zeigt eine solche Position. Festgefahrene Appler (zu denen ich dich nach deinem Blogeintrag jetzt auch mal stecke) können es nur schwer (oder gar nicht) ertragen, wenn Kritik an „ihrem“ Unternehmen geübt wird. Deine ironische Version des Zeitungsartikels entbehrt jeglicher scharfen Form, der sich der Autor nun mal bedient, um Aufmerksamkeit zu erregen. Bevor jetzt wieder die Rufe kommen, dass er nur Aufmerksamkeit erregen will, ohne Inhalt, muss ich widersprechen. Mit einer „get a mac“ artigen Kritik kommt jeder Macuser klar – nimmt sie aber auch nicht ernst. Will man ein paar von ihnen aber zum Nachdenken bringen, bedarf es eben ein paar klarer Worte – auch wenn diese nicht „ironisch“ oder „witzig“ wirken. Einfach mal klipp und klar sagen wie es ist. Punkt. Das macht der Autor des Artikels. Mich zumindest hat er damit erreicht.
Wie sehr sich die Benutzer mit Apple identifiziern zeigt sich sehr schön daran, dass sich die wenigsten Gedanken über das Unternehmen oder die neue Software machen, sondern sofort mit dem Finger auf andere gezeigt wird, weil „die das ja auch so machen“. Eine seltsame Art, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen aber leider die häufigste. Hier greift die Werbung (das besprochene „i“) voll. Man merkt, wie sich Apple Fans persönlich angegriffen fühlen und reflexartig ersteinmal auf andere zeigen.
Das hätte ich ehrlich gesagt in so einer Deutlichkeit nicht erwartet.
Man darf doch mal fragen „Hat Apple das Telefon mit dem iPhone (als Beispiel) neu erfunden?“. Meiner Meinung nach darf man auch mit ruhigen Gewissen zu der Antwort „nein“ kommen. Phones mit TouchScreen gibt es schon lange und sie funktionieren hervorragend. Klar hat Apple wieder alles ein bisschen einfacher zu bedienen gemacht und nette Goodies mit hineingepackt aber das Telefon neu erfunden??? Wenn Sony Ericsson das Handy herausbringen würde – und das zu dem Preis – ich würde stark bezweifeln, dass es Aufmerksamkeit erregen würde. Wer das P900 kennt weiß, dass es nicht so ist.
Der Autor wählt mit Apple den wunderbarsten Vertreter des Konsummarktes, weil man bei keiner Firma sonst beobachten kann, wie sehr die Jünger die Firma schützen. Dabei rettet keiner bei Apple die Welt indem er Medikamente erforscht oder neue Energiequellen entwickelt. Sie bauen Musikabspielgeräte und Macs – und jetzt das iPhone, das Pressewunder noch bevor es jemand in der Hand hatte. Am meisten erstaunt hat mich die Redaktion von MacTV (www.mac-tv.de), die mit ihrem iPod Stammtisch kritische Töne angeschlagen haben. Da war ich wirklich überrascht.
Ich mach jetzt auch mal ein Fazit, sonst wird es wieder zu lange. Ich kenne zu viele Apple Fans, die sich nach der Keynote das Handy sofort gekauft hätten, wenn es „we ship it – right now“ gehießen hätte, obwohl sie ihre vorherigen Handys im Mediamarkt fünf Stunden probegetestet haben.
Dieses blinde Vertrauen in Apple fand ich am Anfang kurios und mittlerweile schockiert es mich immer mehr.
Auch wenn das jetzt Off Topic ist und jede Menge Kritik bringen wird (falls es überhaupt noch einer liest
): Man sieht es am besten im Macuser Forum. Beipiel: Es gab einen Thread, in dem man seine Modifikationen unter MacOS posten konnte (Icon ändern, Wallpaper, vielleicht auch etwas über Shapeshifter). Statt fleißig Bilder zu posten kamen die ersten Einträge, warum man überhaupt etwas ändern sollte, da MacOS perfekt sei. Das wurde dann schneller das Thema als der Titel hergab.
Wenn jemand wissen möchte, wie man die Starticons in BootCamp ändert, dann wird argumentiert, dass man BootCamp nicht braucht, weil Windows schlecht ist.
Überall Leute, die sich sofort angegriffen fühlen und „ihren“ Mac verteidigen, als ob sie die Macs und die Programme selbst entwickelt hätten.
Nach der WWDC im letzten Jahr habe ich mir eins der neuen Apple CinemaDisplay bestellt. Einen Monat später musste ich lesen, das Apple (entgegen der Spezifikationen auf ihrer Seite) weiterhin in Europa die alten versendeten. Meins war auch betroffen. Ich rief bei Apple an und wollte Ersatz durch ein neues Modell. Die Mitarbeiter sagen mir aber, dass sie das nicht machen könnten, weil es für Europa erst einmal nur alte gäbe. Ich war entsetzt, offen angelogen worden zu sein. Cinema Displays sind im Vergleich zu anderen sowieso recht teuer.
Ich sah mich im Internet um, was andere Macuser zu dem Problem sagen würden. Reaktion: Die alten Cinema Displays sind doch auch gut, warum regst du dich so auf? Da wird man offen belogen, zahlt 700 für ein Display, dass es mit dem gleichen Panal schon für 300 gibt und dann versteht keiner meine Empörung.
On Topic: Ich hätte mir gewünscht, dass der Artikel das kritische Denken der Macuser ein bisschen mehr fördern würde. Statt dessen hat es wohl nur die Verteidigungsreflexe aktiviert.
Auch wenn Windows User das schlechtere Betriebssystem haben – die Community hat mehr Sinn für Miteinander. Bei Macnutzern wird meist zuerst die Firma geschützt – auch wenn berechtigte Zweifel angebracht sind.
Vielleicht sollten manche den Artikel noch einmal lesen und den wahren Kern des Artikels – Es sind nur Sachen, die da verkauft werden, ihr seid nicht die Firma und die Produkte machen per se nicht schon glücklicher – noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.
PS: Ich weiß deine sachliche Art zu schätzen und es macht Spass hier zu posten. Wie immer ist alles nicht auf dich bezogen, nur subjektive Konversation ☺
5. Anna-Maria
28/01/2007 10:07 pmNoch mal zum iPhone, weil das Argumentieren Spaß macht:
Ich kann dazu nichts sagen denn ich gucke die Keynotes nie an, es sei denn, ich plane eine neue Anschaffung. Die technischen Spezifikationen des iPhone interessieren mich nicht, weil ich ein funktionierendes Handy habe und kein neues brauche. (Toi Toi Toi) Das iPhone halte ich persönlich für überhaupt kein zu Apple passendes Produkt, aber die werden schon wissen, womit sie meinen Geld verdienen zu können, abgesehen davon würde ich niemals auf die Idee kommen 500 Euro und mehr für ein Telefon auszugeben. Im Übrigen gibt Herr Kortmann auch nur vor, über das iPhone zu schreiben, er schreibt ja eigentlich über Technikkulte.
Was mich ehrlich gesagt schockiert, dass das Produkt jetzt schon eine solche mediale Resonanz bekommt—obwohl wie du schon geschrieben hast—überhaupt nix bewiesen (sprich: ausgeliefert) wurde. Wie gesagt, ich finde persönlich dass Apple wie andere Firmen auch oft genug den letzten Beweis schuldig bleibt. Daher betrachte ich die Keynotes auch als riesige Dauerwerbesendungen ohne Garantie—Dein Erlebnis mit dem Cinema-Display ist ja leider kein Einzelfall.
Zum Thema Apple-Kritik muss ich sagen: Greenpeace hat es getan, die Blogger tun es, Apple hat immer wieder Schwierigkeiten, insbesondere in skandinavischen Ländern, mit dem iTMS und seinem DRM. Dass die Leute sich wehren und anklagen geschieht zu recht—damit kann ich leben, nicht alles was der große Apfel tut ist richtig. Dass sie bspw. ihre iLife-Suite anfangs mit den neuen Maschinen vorinstalliert auf den Markt geschmissen haben, ohne Probleme mit den Wettbewerbshütern zu bekommen, ist mir bis heute schleierhaft, mag aber an der marginalen Position und dem geringen Marktanteil von Apple liegen. Allerdings stellen die nun mal—bei aller berechtigten Kritik—die Computer her, mit denen ich momentan am besten arbeiten kann. Also: Ja ich nutze die Apple-Plattform aus Überzeugung, weil sie meine täglichen Bedürfnisse was das Arbeiten mit dem Computer betrifft, ganz gut abdeckt. Würde es fertig konfigurierte out-of-the-box funktionierende Linuxlaptops geben, die a) die Haltbarkeit der Appleprodukte aufweisen und mir b) dieselbe Produktivität ermöglichen, hätte ich wahrscheinlich den Linuxlaptop. Ich bin also überzeugte Macuserin, solange die Plattform genau diesen Zweck erfüllt, mich produktiv sein zu lassen, sprich, das was mit dem Computer erledigt werden muss, schnell und bequem zu schaffen.
Ich—das kann man nun glauben oder nicht—betrachte derartiges Equipement nicht als Statussymbol sondern als Werkzeug. Ich gebe zu, dass das bei anderen aus dem Forum anders sein kann. Abgesehen davon gestehe ich ein, eine persönliche Beziehung zur mich umgebenden Technik zu haben. Ich will nicht das weibliche Klischee bemühen, aber alle meine bisherigen Computer (auch die Wintel-Maschinen) hatten Namen, usw. usf. Bin ich gerne Macuserin? Ja absolut! Warum? Erstens: Weil ich die Gemeinschaft dankenswerter Weise anders kennen gelernt habe als du. Liegt das nun an meinem PC? Nö, die gleichen netten Leute wären mir auch im Windowsforum begegnet da bin ich mir sicher. Als ich dazu kam, da war speziell unser Forum noch etwas kleiner, Freundschaften sind entstanden, die bis heute halten (auf persönlicher Basis, nicht via Mail oder Instantmessenger!) weil ich Leute kennengelernt habe, die mit mir auf einer Wellenlänge sind. Mauki hatte damals noch keinen Mac (man stelle sich das mal vor!), es gab eine handvoll Mods, kaum geschlossene Threads und auch sonst war alles noch ein wenig anders. Ach ja die gute alte Zeit: Man hat sich geholfen, man hilft sich weiter, tauscht sich aus—bei den Windowsusern passiert das nebenbei, u.a. weil die Plattform so verbreitet ist. Bei uns treffen viele ihre Computerbuddies halt nur im Forum, darum gibt es dort wahrscheinlich auch eine grundlegende Abwehr „feindlicher Infiltrationen“. Wenigstens dort will die Gruppe unter sich sein und nicht mit doofen Fragen aus der anderen Welt konfrontiert sein—gruppendynamisch macht das alles Sinn.
Abgesehen davon betrachten sich einige Macuser als Elite (ich weiß gar nicht wovon/worunter?). Leider sind da immer wieder Grabenkämpfe im Gange, die ich nicht so toll finde, aber in einer solchen großen Community wohl auch nicht zu vermeiden sind. Zweitens bin ich froh, endlich die Arbeitsumgebung gefunden zu haben, die mir entgegen kommt. Punkt.
Wie dem auch sei, ich halte nichts von aggressiver Revierverteidigung, im Gegenteil, man hilft sich wo man kann: Bei dem einen ist es die LaTeX-Installation, die (meine) Nachtschichten braucht, beim anderen das Bootcamp, weil SPSS unter Mac OS Ⅹ nix weiter als ne Alilbiveranstaltung und nicht nutzbar ist. Ich bin persönlich nicht scharf drauf Leute zu bekehren, Apple die Weltherrschaft zu geben oder so—jeder soll doch bitte das Werkzeug nutzen, welches ihm/ihr entgegen kommt und wenn dazu Bootcamp, Parallels und/oder Windows notwendig sind, dann bitte, helft dem Jungen seine Aufgaben realisiert zu bekommen—in der Werbung hieß es ja, es sei machbar.
Mir soll nur—und an der Stelle setzt wirklich mein(!) Abwehrreflex ein (weil ich das Gefühl hatte, der Beitrag spricht mich als Konsumentin an und nicht als Macuser)—niemand erzählen, das die Wahl meines Computers weitergehende Aussagen über mich als Menschen macht. Auch die Wahl meines Autos (hätte ich eins), meiner Lieblingsschokolade, meiner Musik, meines Hundes und meines Fernsehers geben darüber nur sehr bedingt Auskunft. Oder über mein Konsumverhalten. Ich bin recht kritisch vielen Dingen gegenüber eingestellt, wie man vielleicht auch lesen kann.
Schon rein statistisch gesehen macht so eine Einzelbeobachtung eines Merkmals überhaupt keine Anstalten, sich generalisieren zu lassen. Es geht mir hier wie schon mehrfach behauptet nicht um das Beispiel sondern ums Prinzip. Ich mag kein Schubladendenken, das verkauft der Artikel aber, indem er pauschalisiert. Und nach wie vor muss ich mich ernsthaft nach dem Adressaten fragen: Wenn es, wie Du schreibst, die Apple Community wäre, könnte er doch problemlos sein Apple-Beispiel mit dem iPhone durchziehen. Tut er aber nicht. Wenn es um den Kapitalismus der Egoisten ginge, könnte er noch so viele andere Beispiele bringen: Den Apple zur Lebenskunst kultivierenden, schönen, erfolgreichen, bla bla bla Macuser. Macht er nicht. Wenn es ihm um die Unzulänglichkeiten des iPhones ginge, könnte er mit anderen Telefonmodellen argumentieren, die schon lange können, was das Applephone noch nicht tut (da ja noch nicht ausgeliefert). Ich zweifle einfach, ob sich der gute Mann ernsthaft Gedanken gemacht hat, wohin die Reise gehen soll, bevor er angefangen hat über etwas zu schreiben, von dem er nur so ein paar Eckpfeiler im Kopf hatte. Damit habe ich ja an sich auch kein Problem, das passiert mir selbst oft genug—nur dann sollte halt ein Redakteur fix genug sein, Essay drüber zu schreiben.
Aber wie gesagt: Bei mir—und das ist nun persönlich, ich kann ja nur für mich sprechen—war die Entscheidung zum Apfel aus jahrelanger Unzufriedenheit mit Windows geboren. Ich habe mich nach Alternativen umgesehen, so einige Linuxe getestet und dann auch die Mac-Plattform. Das hat gepasst, dabei bin ich dann geblieben. Sollten sie noch viel mehr Klickibunti ins Mac OS Ⅹ einbauen, erwäge ich wieder einen Wechsel Richtung Linux mit weniger Spielereien und Schnickschnack.
Ich würde auch nicht behaupten, dass das Macusersein mich als Menschen aus macht. Ich verfechte Apple eigentlich nur in Situationen, wo ich mir sicher sein kann, der andere kennt nicht beide oder alle Seiten/Alternativen. Es entspricht meiner Natur, erst mal nicht immer das zu tun, was andere tun, weil die Masse Mensch ist ja bekanntlich dumm, für solche Gelegenheiten sind dann immer Schreiberlinge wie Herr Kortmann gut, die haben das Vermögen, mal aufzurütteln. Dass ich bemüht bin, immer etwas Optimales für eine individuelle Situation zu finden, bedeutet wohl auch, dass ich bereit bin eine Standardsituation mit besonderen Mitteln anzugehen und erst mal nichts auszuschließen. Das führt dazu, dass ich diejenige bin, die mitten in der Nacht angerufen wird, wenn bei KommilitonInnen das Office versagt, die Windowsinstallation hängen bleibt , das iMovie nicht bedient werden kann oder das Mail.app die letzten eMails in den Abgrund reißt. Das führt dazu das ich mich mit dem, was mich beschäftigt, möglichst breit auseinandersetze um in solchen Fällen (wenn ausdrücklich nach meiner Meinung gefragt wird, auch eine zu haben) eine Alternative im Ärmel zu haben. Allerdings betrachte ich das ganze eher unter dem Usability-Aspekt und der Nützlichkeit, das Maschinchen im Alltag als verlässlichen Sklaven für Datendienste, nicht mehr und auch nicht weniger. Das Problem sitzt ja in der Regel 50 cm vor dem Bildschirm. Es geht nicht um Religion (Gott sei Dank) sondern um: Er/sie hat ein Problem, welches Werkzeug passt? Wahrscheinlich, und das räume ich gerne ein ist meine Schwäche, schließe ich zu oft von mir direkt auf das Verhalten anderer: Wenn sie etwas benötigen, werden sie sich informieren und dann kaufen, was sie BRAUCHEN. Wenn sie unzufrieden sind, INFORMIEREN sie sich über Alternativen (nicht: investieren Unsummen in die Katze im Sack).
Bei all diesen aufgezählten Situationen geht es ganz richtig, um das Konzept des Ⅰ (laut Mead) nicht des ME. Kortmann behauptet es aber geradezu umgekehrt: Weil sie Konsumenten von ⅹ sind, handeln sie y. Ich behaupte aber: Weil bei mir Situation a vorliegt kaufe ich Produkt ⅽ gehöre damit zum Konsumentenkreis cC und nicht cB. Aufgrund dieser Wirtschaftsbeziehung individuelles Verhalten abzuleiten, halte ich nur für begrenzt machbar. Anders wäre die Hypothese schon stichhaltiger: Firma Ⅽ stellt ein Produkt ⅽ mit c‘-Eigenschaften her. Sie setzt f©-Strategien ein, um es zu vermarkten. Wenn jetzt die ?C die Eigenschaften c“ aufweisen, die mit bestimmten c‘-Eigeschaften korrespondieren und daher auch besonders empfänglich für die f©-Werbemaßnahmen sind, dann – ja dann hat die Marketingfirma gute Arbeit in Sachen Informationstransparenz auf dem Warenmarkt, Zielgruppenerfassung und Anpassung der Werbemaßnahmen auf die Zielgruppe geleistet. Außerdem liegt dann in der relativ homogenen Zielgruppe wahrscheinlich eine Affinität zum anderen Nutzer und zum Produkt vor und den Rest erledigen dann Mundpropaganda und die Macht des Netzwerks (Stichwort: Inklusion und Exklusivität, Eigengruppenpräferenz und –aufwertung). Soweit meine Theorie zum blinden Apple-Kult. Ich persönlich finde eine konzise Analyse immer besser als einen noch so würzig geschriebenen Rundumschlag, aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache.
Und nun mal zum Ende der Diskussion: Ich verbringe meine Freizeit zu einem erheblichen Teil damit, Leuten mit PC-Problemen jedweder Art zu helfen, weil ich a) gern helfe und b) mir geholfen wurde, als ich darauf angewiesen war. Wenn es Computer im Bioladen zu kaufen gäbe, oder ich ihn finanzieren könnte, indem ich mal etwas für die Gemeinschaft tue, würde ich das machen. Geht aber leider nicht, ganz unabhängig vom Betriebssystem.
Offtopic: Ich hoffe Du kennstShapeShifter, Uno und die Homepage pixelgirl? Das ist so die Basisausstattung für etwas Desktopmodding.
Allen, denen an dieser Stelle nun mehr erfolgreich Kopfschmerzen verursacht wurden
— —einen schönen Start in die Woche. Evtl. habt ihr ja Lust auf weniger kopflastiges eher unterhaltsames Kino? Dann vermeidert bitte Babel.
Ich war total verwirrt danach.Auch wieder so eine Sache wo ich nicht wusste, was die Macher sagen wollten.
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12/08/2008 12:07 am[…] der iPhone-Hype vor gefühlten 10 Jahren begonnen hat1, verweigere ich mich ja jeden Kommentars. Auch die […]
7. Amys Welt » Blog Archive » Das läuft falsch in dieser Welt: iPhone-Applikation für 800 Euro
20/05/2009 07:16 pm[…] der iPhone-Hype vor gefühlten 10 Jahren begonnen hat1, verweigere ich mich ja jeden Kommentars. Auch die […]