scheint er gute Chan­cen bei der Süd­deut­schen oder zumin­dest bei ihrer online-Variante zu haben. Herr Kort­mann schien Bedarf anzu­mel­den, die Süd­deut­sche gab ihm bedenk­lich viel Raum zur Bedürf­nis­be­frie­di­gung. Hier meine per­sön­li­che Mei­nung dazu, eine Ana­lyse sei­ner Argu­men­ta­tion würde ich gern noch nach­lie­fern, steht aber auf­grund von Prü­fungs­stress dem­nächst nicht zu befürchten.

Der Arti­kel ist eine pein­li­che Ange­le­gen­heit, weil da ein Exem­pel sta­tu­iert wird, dass IMHO rela­tiv sub­stanz­los ist— die Medien flie­gen ja selbst auf App­les Gerüch­te­kü­che und das iPhone, der Hype ist also nicht nur von Apple initi­iert (falls man das so sehen möchte), die Medien tra­gen den Hype ja wohl frei­wil­lig mit—auch Herr Kort­mann, denn schlechte PR ist immer noch bes­ser als keine PR und bad news is good news.

So what? Dass Apple funk­tio­nie­rende Mar­ke­ting­stra­te­gien fährt, weil es eine Firma ist, die durch Ver­käufe Geld ver­dient, kann man Apple wohl nicht vor­wer­fen. Dass Win­dows Vista mit neuen Hard­ware­an­for­de­run­gen vie­len Nut­zern glaub­haft macht/machen will, sie bräuch­ten nun unbe­dingt neue Hard­ware wirft MS ja auch nie­mand vor. Wenn die Auto­pro­du­zen­ten teure neue Flit­zer für die obe­ren 10.000 vor­stel­len, wer­den Mes­sen von hoch­ran­gi­gen Poli­ti­kern eröff­net und dies wird als posi­ti­ves Zei­chen gesun­der (Markt‑)Wirtschaft beklatscht. Dass sich Hartz IV-Empfänger kein Auto leis­ten kön­nen, wird dort nicht beklagt.

Und auch das Argu­ment des ach so unmün­di­gen Kon­su­men­ten lasse ich in die­sem Fall nicht gel­ten: Ich jeden­falls halte ins­be­son­dere Apple-Käufer für auf­ge­klärte und mün­dige Konsumenten:

1. Sie kau­fen nicht, was alle kau­fen, IMHO muss da ein Bewuss­wer­dungs­pro­zess über eige­nen Bedürf­nisse, Wün­sche, Anfor­de­run­gen etc. statt­ge­fun­den haben. Sel­ten wer­den Apple-Produkte gekauft, weil sie der Nach­bar hat/sich damit ver­meint­lich auskennt/diese empfiehlt—dem Aldi-Rechner-Käufer wird sein Ver­hal­ten auch nicht vor­ge­wor­fen. Leute, die Pro­dukte kau­fen, weil sie immer das Neu­este haben wol­len (und dem­zu­folge zu brau­chen glau­ben) gibt es ja auf bei­den Sei­ten: Neue noch so teure Gra­fik­kar­ten von NVi­dia, die neu­este Kon­sole usw.—alles tech­ni­sches Equip­ment dass oft wohl nicht unbe­dingt benö­tigt wird, aber besitzt wer­den möchte.

2. Ich glaube nicht, dass jemand vom bösen markt­wirt­schaft­li­chen Sys­tem gezwun­gen wird, Apple-Produkte zu erste­hen, im Gegen­teil: Nicht-Apple-Produkte kann man über­all kau­fen, sie sind ten­den­zi­ell bes­ser und leich­ter im grö­ße­ren Über­maß ver­füg­bar. Auch hier muss sich der Apple-Konsument (je nach Stand­ort) mehr oder min­der kri­tisch mit sei­nem Bedürf­nis auseinandersetzen.

3. Der Mann hat keine Aus­sage. OK, er möchte Kapitalismus‑ und Kon­sum­kri­tik betrei­ben. Warum kri­ti­siert er nicht Dinge, die Sub­stanz haben? Und wenn es unbe­dingt Apple sein muss: Warum geht er nicht auf die Kri­tik am Res­sour­cen­ein­satz des Unter­neh­mens ein? Oder auf intrans­pa­rente Zukunfts­pla­nun­gen (Stich­wort Mac OS X-Umstellung und Intel-Switch)? Warum ist die Consumer-Kultur, die die Kon­su­men­ten einer bestimm­ten Marke ver­meint­lich ver­bin­det so ein Pro­blem für Herrn Kortmann?

4. Meine Mei­nung: Weil er ober­fläch­li­che, vor­ei­lige und fal­sche Schlüsse zieht, die sich bequem in sein Kon­zept ein­pas­sen. Er fühlt sich wohl, weil er eine pola­ri­sie­rende Firma gefun­den hat, an der er nun mal seine schlechte Laune aus­las­sen kann, der er es mal rich­tig zei­gen kann. Apple ist näm­lich böse. Ja alles klar.

5. Wenn Herr Kort­mann so für Kon­su­men­ten­rechte und gegen Kon­su­men­ten­ver­dum­mung ist, warum erklärt er geplag­ten MS Office-Nutzern nicht, wie sie Micro­soft dazu brin­gen, nach 20 Jah­ren Ent­wick­lungs­zeit für ihr teuer ver­dien­tes Geld auch mal ein ver­nünf­ti­ges Pro­dukt aus­zu­lie­fern? Oder zeigt den armen und von Medien falsch gelei­te­ten Kon­su­men­ten nicht Wege aus dem Dilemma auf? Führt den Konsumenten—das frei­lich beschwer­li­che, weil nicht ein­fach kon­su­mie­rende, son­dern wirk­lich orga­ni­sierte Bedürf­nis­be­frie­di­gen rea­ler Bedarfs­struk­tu­ren vor, so wie es Ste­phan Maus (übri­gens auch in der SZ) und Julia Zeh (in der Zeit) mit ihren, den Kon­su­men­ten akti­vie­ren­den Bei­trä­gen geleis­tet haben. Das näm­lich geschieht auf einer ganz ande­ren Ebene, die auch eine echte Alter­na­tive zu prä­sen­tie­ren vermag.

Warum, frage ich mich, geht Herr Kort­mann nicht die­sen Weg? Rich­tig: Weil Herr Kort­mann gar keine Lösun­gen für uns bereit hält. Meckern kann er, infor­mierte Ant­wor­ten geben offen­sicht­lich nicht. Dazu müsste man halt auch mal recher­chie­ren. Dabei würde dann kein semi-philosophischer 08⁄15 Arti­kel ent­ste­hen, der sich wohl gut plat­zie­ren aber schlecht lesen lässt. Dann würde einem ja die Sub­stanz­lo­sig­keit der eige­nen Argu­men­ta­ti­ons­stra­te­gie klar wer­den. Nein, das geht natür­lich nicht.

Dass Herr Kort­mann das f-Wort in sei­nem Arti­kel, wenn auch in einem höchst geschmack­lo­sen Wort­spiel, ver­wen­det, dis­qua­li­fi­ziert die­sen Bei­trag in mei­nen Augen schon. Und ja, ich weiß dass das F-Wort auch noch andere Bedeu­tun­gen haben kann und an sich einem his­to­ri­schen Wand­lungs­pro­zess unter­liegt, wie jedes Sprach­ele­ment. Trotzdem.

Einen sol­chen Arti­kel bei der Sued­deut­schen lesen zu kön­nen, hätte ich—ehrlich gesagt—nicht erwar­tet. Auch Jour­na­lis­ten sind nur Men­schen und ich gehe jetzt mal davon aus, dass Chris­tian Kort­mann ein­fach einen schlech­ten Tag hatte. Gerade an sol­chen Tagen sollte sich ein Pro­du­zent aber auf seine Marketingabteilung—ein Schrei­ber­ling auf seine Redak­tion und den zustän­di­gen Chefredakteur—verlassen kön­nen. Allein des Kon­su­men­ten­schut­zes wegen.

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1. Nostromo
27/01/2007 08:13 am

Sorry, aber ich bin der Mei­nung, dass du den Arti­kel in der SZ falsch ver­stan­den hast oder falsch ver­ste­hen woll­test. Ich habe ihn mir nach einer Emp­feh­lung im Macu­ser Forum durch­ge­le­sen und muss Herrn Kort­mann zustim­men, auch wenn ich selbst seit lan­ger Zeit (iBook G3) ein gro­ßer Apple Fan bin. Dein ver­gleich mit Micro­soft und den Auto­mes­sen hinkt mei­ner Mei­nung nach gewal­tig, ich weiß aber nicht, ob ich hier genug Platz habe, um es genau aus­füh­ren zu kön­nen, daher nur kurz: Bei Auto­mes­sen wird in den Nach­rich­ten nie gemel­det „Por­sche hat den neuen Cayenne vor­ge­stellt und erfin­det das Auto neu, weil die Rück­spie­gel abblen­den“. Es wird (meist) objek­tiv die Eröff­nung gezeigt und ein klei­ner Rund­gang gemacht aber nicht expli­zit auf Pro­dukte ein­ge­gan­gen. Das geschieht seit neue­rem nur bei Apple und das ist es, was er Kort­mann anspricht. Apple hat ein so geschick­tes Image auf­ge­baut, dass alle Pro­dukte zu „must have“ Pro­duk­ten wer­den, ohne dass von vie­len Leu­ten noch der genaue objek­tive Wert hin­ter­fragt wird. Die wenigs­ten Leute, die ich kenne, haben sich wirk­lich gefragt, ob Apple mit dem iPhone das Tele­fon wirk­lich neu erfun­den hat. Die wenigs­ten Medien im Übri­gen auch. Apple hat es gesagt, also wird es stim­men. Ich finde es groß­ar­tig, wenn man über Zei­tungs­ar­ti­kel dis­ku­tiert, denn auch die­sen sollte man nicht immer vor­be­halt­los Glau­ben schen­ken. In die­sem Fall muss ich Herrn Kort­mann aller­dings recht geben, denn viele Leute las­sen sich mitt­ler­weile von einer Apple Eupho­rie hin­rei­sen, die ihnen ein (unbe­rech­tig­tes) Gefühl der Leere gibt, wenn sie das neu­este Pro­dukt nicht sofort kau­fen. Ich selbst bemerke das an mir und finde es merk­wür­dig, dass Pro­dukte so etwas her­vor­ru­fen kön­nen. Auf­klä­rende Bei­träge wie die von Herrn Kort­mann kön­nen manch­mal den Blick etwas schär­fen, wofür ich den Auto­ren dank­bar bin.

PS: Falls ich in mei­nem Text etwas geschrie­ben habe, was du jetzt per­sön­lich neh­men soll­test, war es nicht so gemeint. Ich wollte nur meine Mei­nung objek­tiv mit­tei­len. Aus dem Macu­ser Forum weiß ich, dass man­che App­ler Kri­tik an „ihrem“ Pro­dukt als Selbst­kri­tik ver­ste­hen (nicht auf dich bezo­gen). Auch das erwähnt Herr Kort­mann (dafür steht das „i“ bei den Produkten).

Wie ges­tern schon im Forum ange­kün­digt, hier noch mal eine aus­führ­li­chere Ant­wort. Hab ich schon ges­tern mor­gen geschrie­ben, aber noch ein bissl neben­bei dran gefeilt. Jetzt ist es fast doch schon ein gan­zer Review gewor­den, aber was solls. ;)

Hi Nostromo (und andere Interessierte),

ich gebe Dir abso­lut recht: So unan­ge­nehme Schrei­ber­linge braucht es, denn ihre Aufgabe—die sie ja auch oft genug wahrnehmen—ist es ja, ab und zu auch mal unan­ge­nehme Wahr­hei­ten zu ver­brei­ten, keine Frage.

Ich begrüße auch sol­che „Querdenker“-Artikel, sie haben schon das Poten­tial wach zu rüt­teln, dem Leser mal den Spie­gel vor­zu­hal­ten, wenn er es denn zulässt.

Aber sol­che Arti­kel, meine ich, soll­ten dann nicht will­kür­lich irgend­wel­che Bei­spiele her­aus­grei­fen oder zumin­dest sagen, dass sie das tun. Wenn er den Bei­trag im iro­ni­schen Stil ver­fasst hätte—so a la gucken wir mal zu einer Kon­sum­sekte aus Cuper­tino, Cali­for­nien, wo sich fort­schritts­gie­rige Jün­ger aller Art um den cha­ris­ma­ti­schen Füh­rer S. J. und Über­brin­ger der ver­meint­li­chen tech­ni­schen Heils­nach­rich­ten die­ses Jahr­hun­derts scha­ren, um seine Nach­richt Kreuz­rit­ter gleich in alle Welt zu tra­gen, sei­nem Bei­spiel zu fol­gen und sich auf diese Weise ihrem Heils­brin­ger zu nähern. Usw. Usf.. Da hätte man dann mit einem Schmun­zeln gemerkt: Aha, er nimmt die­ses Bei­spiel, weil es ein Gutes ist und bei den Leu­ten ankommt. Im Grunde schmun­zelt man ja über Apple, hin­ter­fragt dann evtl. sein eige­nes Kon­sum­ver­hal­ten und seine Bezie­hung zu der uns umge­ben­den Elek­tro­nik. In Ordnung.

Was ich für wenig jour­na­lis­tisch kor­rekt halte (bin da von Hause aus geprägt) und ein­fach auch für schlech­ten Stil, ist die Tat­sa­che, dass er ver­sucht zu einem Rund­um­schlag aus­zu­ho­len und all sei­ner Kapi­ta­lis­mus­kri­tik Aus­druck zu verleihen—und das Bei­spiel aber hin­ten und vorne zurecht schnip­pelt. Ich will jetzt aus Zeit­grün­den nicht auf die Ein­zel­punkte ein­ge­hen, aber es ist ja klar, dass man jede Menge Kri­tik auf unter­schied­lichs­ter Grund­lage füh­ren kann.

Schon ein Blick in die Wiki­pe­dia ver­rät, dass auf­ge­klärte Kapi­ta­lis­mus­kri­tik von vie­len ver­schie­de­nen Sei­ten kom­men kann. (Ich will jetzt nicht dar­über dis­ku­tie­ren, ob die Wiki­pe­dia ein qua­li­fi­zier­tes Recherche-Instrument ist.) Folge: Es gibt meh­rere Grund­la­gen, Adres­sa­ten­kreise und Lösun­gen für das Dilemma. Ein guter Jour­na­list würde m.E. die rich­ti­gen Mit­tel ein­zu­set­zen wis­sen, um die rich­ti­gen Leute anzusprechen.

Denn: Jeder trägt so seine Brille mit sich herum und macht sich ein Bild von den Din­gen. Ent­schei­dend ist doch, wenn man sich als nicht objek­tiv berich­ten wol­len­der, son­dern Kri­tik üben­der Jour­na­list, dass die eigene Per­spek­tive auf das Pro­blem mal genannt wird. In mei­nem Fall müsste ich für die­sen Arti­kel sagen: Ich bin Apple Use­rin, ich habe 3 Jahre Literatur‑ und Sozi­al­wis­sen­schaft nebst Phi­lo­so­phie stu­diert, befasse mich nun mit Konflik‑ und Frie­dens­for­schung (hun­gern­den Kin­dern in Afrika, absau­fen­den Inseln in Süd­ost­asien etc.) und das mir monat­lich zur Ver­fü­gung ste­hende Bud­get lässt mich nicht mal im ent­fern­tes­ten auf die Idee ver­fal­len, Dinge zu erwer­ben, die ich nicht aus irgend­ei­nem (eher mehr als min­der exis­ten­ti­el­len) Grund benö­tige. Ich kenne Men­schen denen es nicht so geht und andere Men­schen, die viel Kohle haben, das auch zei­gen und im Leben noch nicht für ihr Geld arbei­ten muss­ten. WIll ich denen des­we­gen ans Bein Pipi machen? Nein. So, das ist meine Per­spek­tive. Musste ich oben nicht nen­nen, denn das ist mein Blog, jeder der hier eine hand­voll Arti­kel von mir liest, weiß das auch so. Nur von Herrn Kort­mann kenne ich den eige­nen Stand­punkt, der seine Sicht der Dinge und seine Argu­men­ta­ti­ons­grund­lage auf­grund sei­nes Habi­tus‘ beein­flusst, nicht. Wie auch, er legt ja direkt gepfef­fert los.

Ich mut­maße jetzt mal, denn er drückt sich nicht klar aus, dass er eigent­lich die Depri­va­ti­ons­er­schei­nun­gen des so frei­mü­tig zele­brier­ten Kon­sums stei­ni­gen will: In der Wer­bung, von mäch­ti­gen und teu­ren Mar­ke­ting­ab­tei­lun­gen usw. wird sug­ge­riert: Auch für den armen Stu­den­ten von nebenan kann Apple Gutes tun. Die neu­este Errun­gen­schaft kann jeden pro­fi­tie­ren las­sen, sie ist nur eine Kre­di­k­arte und 3 Klicks im Apple Store ent­fernt von der Selig­ma­chung eines jeden. Diese aggres­sive „Jeder kann pro­fi­tie­ren“ wird dann umge­münzt in ein „Wenn Du smart bist“ (nicht: Wenn Du die Kohle hast) dann ergreifst auch Du die von Apple groß­zü­gig bereit­ge­stellte Chance dazu zu gehö­ren und glück­lich zu sein. Wenn Du nicht pro­fi­tie­ren willst—selbst Schuld, Du hat­test Deine Chance. Man sieht, ich kann auch Apple-Kritik, aber bei mir hat sie, mit Verlaub—auch wenn Eigen­lob stinkt—Hand und Fuß. Als zwei­ter Punkt wird wohl die Ver­skla­vung der Kon­su­men­ten, die sich heute nur zu gern (oder: zu schnell?) dem Tech­nik­göt­zen unter­wer­fen, ange­klagt. Der Tech­nik­götze wird dar­auf hin angebetet—als Stell­ver­tre­ter jener Fir­men und Mar­ke­ting­ab­tei­lun­gen, die hin­ter der Tech­nik­gott­heit die Strip­pen zie­hen und im Ver­bor­ge­nen die Kon­su­men­ten wie Mario­net­ten spie­len las­sen, ange­heizt von rie­si­gen Wer­be­etats. Ich ver­stehe nicht, warum er sich in sei­nem Arti­kel ver­zet­telt, wenn er doch so viel zu sagen hat.

Lange Rede, kur­zer Unfug: ;) Ich finde den Arti­kel nicht schlecht, weil er etwa die Com­pu­ter­marke „beschmutzt“, der ich zufäl­lig den Vor­zug gebe. Ich finde ihn wenig gelun­gen WEIL er a) so tut als sprä­che er über etwas und dann spricht er über etwas ande­res, b) schon allein die Über­schrift sug­ge­riert, es han­dele sich hier um ein höchst indi­vi­du­el­les Phä­no­men einer bestimm­ten Marke(tingabteilung), dem ist aber nicht so. Was machen denn Coca Cola mit Coke­Fri­dge (Kun­den­bin­dung auf rei­ner Reiz-Reaktions-Belohnungsbasis) oder auch der mehr oder min­der fehl­ge­schla­gene Micro­soft Ver­such eine sau­bere Kun­den­ge­mein­schaft zu gewin­nen bzw. zu kre­ie­ren mit ihrer Micro­soft Genuine Soft­ware Initia­tive. Das alles zielt doch dar­auf dem Kun­den zu sug­ge­rie­ren: Du bist cle­ver, – Du bist etwas beson­de­res, Du gehörst zum Club. Bei Apple funk­tio­niert dies offen­sicht­lich, die „Du bist Deutschland“-Kampagne hat gezeigt, dass es nicht immer funk­tio­niert. Tech­nik ist halt was ande­res als natio­nale Iden­ti­tät. Daher bezweifle ich, dass der Gebrauch der Tech­nik zwangs­läu­fig Teil des Iden­ti­täts­kon­zep­tes von Men­schen werden/sein muss. Nur eben bei einer bestimm­ten Ziel­gruppe und die wird ange­spro­chen und hart umwor­ben, wie auch Auto­käu­fer, Delikatessen-Liebhaber usw. Den meis­ten Men­schen ist doch egal, wel­chen PC, wel­ches Betriebs­sys­tem, wel­ches Auto sie nut­zen, solange der Kram funk­tio­niert. Image lässt sich erst dann mit­tels Kauf­kraft repro­du­zie­ren, wenn das positve Image bei einem vor­han­den ist (in dem Bei­spiel Apple—wie auch immer es ent­stan­den sein mag) und einem, dem glaub­haft gemacht wer­den kann: Du kannst ein Stück­chen vom guten Image abha­ben! (Not­wen­dige aber von der Wer­bung oft unge­nannte Bedin­gung hier: wenn Du bezahlst.). Die mehr oder min­der selbst gewählte Zuord­nung zu einer bestimm­ten Kon­su­men­ten­gruppe scheint also auf­grund der Wahl­mög­lich­keit stär­ker als Iden­ti­fi­ka­ti­ons­merk­mal zu funk­tio­nie­ren, als bspw. natio­nale Iden­ti­tät. Ich sor­tiere mich frei­wil­lig in die Kon­su­men­ten­gruppe einer Firma—wo ich gebo­ren werde oder wer meine Eltern sind, suche ich mir nicht aus.

ⅽ) Er macht die Rich­tung aus der er kommt nicht deut­lich, im Arti­kel geschieht dies, soweit ich sehe, auch nicht impli­zit. Auf­klä­rung von All­tags­ge­sche­hen und Bewusst­ma­chen von nicht hin­ter­frag­ten All­tags­pra­xen ist mir immer willkommen—wenn denn klar wird aus wel­cher Rich­tung die Auf­klä­rung kommt und wohin sie führt! ⅾ) Wie oben bereits genannt, eröff­net der Arti­kel keine Per­spek­ti­ven für den Leser.

Das mögen in Ein­zel­punk­ten alles kri­tik­wür­dige und sub­jek­tive Ein­schät­zun­gen und Ein­zel­mei­nun­gen zu einem (pola­ri­sie­ren­den) Arti­kel sein. Aber ich finde, irgendwo hört die jour­na­lis­ti­sche Frei­heit auf—und genau da beginnt jour­na­lis­ti­sche Ver­ant­wor­tung. Ich sage nun nicht, dass man nicht mehr publi­zie­ren sollte, aus Angst, falsch ver­stan­den zu wer­den. Aber sind wir doch mal ehr­lich: Wie­viele Leute wer­den den Arti­kel lesen und sich in ihrer Mei­nung bestä­tigt sehen? Der Arti­kel spricht eini­gen aus dem Her­zen, weil es um Apple geht, sie betrei­ben Mund­pro­pa­ganda und dann lan­den wie­der abso­lut fehl­in­for­mierte Leute in den Foren. Biss­chen ver­kürzt dar­ge­stellt, aber alles schon dage­we­sen. ;) Wie­viele Leute, die wirk­lich beide Sei­ten ken­nen und reflek­tie­ren (können/wollen) lesen den Arti­kel und dis­ku­tie­ren anschlie­ßend darüber?

Ich mut­maße mal, dass der Mann ja Rich­ti­ges & Wich­ti­ges meint und anklagt. Er spielt ja in einem Absatz

Des­halb müs­sen die ökono­misch Mäch­ti­gen dar­auf ver­pflich­tet wer­den, ein Pri­mat der Ver­nunft zu instal­lie­ren. Es geht nicht um einen dog­ma­ti­schen Anti-Kapitalismus, son­dern um einen klu­gen Non-Kapitalismus, der die Dinge nicht nach Zah­len und Bilan­zen, son­dern nach ihrem nach­hal­ti­gen Wert beurteilt.“

sogar auf eine gewisse Lösungs­mög­lich­keit (staatliche/politische Beschrän­kung der Macht des Gel­des zur Stär­kung der Kon­su­men­ten­po­si­tion zum Wohle und Wohl­stand der natür­li­chen und huma­nen Umwelt) an.

Aber als Jour­na­list sollte man dann auch in der Lage sein, dass so aus­zu­drü­cken, dass die Bot­schaft dem Leser auch klar wer­den kann und sich nicht ver­steckt hin­ter dem Vehi­kel der Mes­sage. Ich kri­ti­siere hier also, um das noch mal klar zustel­len, das Wie das Sagens, nicht das Was. Mei­nungs­frei­heit und so.

PS: Und ja: auch ich halte über­haupt nichts vom iPhone und dem Hype, den es aus­ge­löst hat bzw. der jetzt so darum ver­an­stal­tet wird. Auch Nach­rich­ten­le­ser soll­ten kri­tisch ihren New­skon­sum reflek­tie­ren kön­nen, jeden­falls glaube ich nicht alles, was in der Zei­tung steht.

PPS: Die Käu­fer ent­schei­den selbst, was für sei ein Must-Have ist und Apple tut als Firma alles, um den Absatz zu stär­ken. Men­schen die Leere ver­spü­ren, weil sie das Neu­este vom Neuen (egal von wel­cher Firma) nicht haben, tun mir sehr leid. Genau jene Men­schen soll­ten mal über die Höhe der Spen­den nach­den­ken, die sie im letz­ten Jahr getä­tigt haben, oder über die Stun­den­an­zahl, die sie ehren­amt­lich geleis­tet haben. Ich ver­mute, da wären Gefühle der Leere und des Unzu­läng­lich­keit eher angebracht—was nun auch kei­nes­falls gegen Dich, Nostromo, per­sön­lich gerich­tet ist! Dass Du hier Deine Mei­nung mit­teilst, begrüße ich sehr! Es ist für mich immer wie­der inter­es­sant zu sehen/lesen, wie unter­schied­lich die Publi­ka­tio­nen die ich hier dis­ku­tiere, bewer­tet, gel­sen und reflek­tiert werden.

Für alle Inter­es­sier­ten: Der ange­spro­che­nen Foren­th­read fin­det sich hier.

[…] Da die Haus­ar­beit zum Thema UN Reform Issues and Pro­po­sals nun eini­ger­ma­ßen Form annimmt, habe ich mich ges­tern Abend mit einem Kino­be­such (und ges­tern Mor­gen mit dem Schrei­ben eines län­ge­ren Kom­men­tars) belohnt. […]

4. Nostromo
28/01/2007 04:17 pm

Uiuiui, das ist ja ein gan­zen Buch geworden ☺

Eigent­lich wollte ich mich mit dem Thema öffent­lich nicht so lange aus­ein­an­der­set­zen aber ein klei­ner Kom­men­tar muss dann doch noch sein.

Ich werde nicht zu sehr ins Detail gehen, weil es meist schwer (sinn­los?) ist, gegen Leute aus dem Macu­ser Forum zu argu­men­tie­ren oder die eigene Sicht klar zu machen.

Deine Erläu­te­rung, dass der Autor hätte schrei­ben sol­len, dass er mit Apple ein will­kür­li­ches Bei­spiel her­aus­greift oder den Arti­kel iro­ni­scher hätte ver­fas­sen sol­len, zeigt eine sol­che Posi­tion. Fest­ge­fah­rene App­ler (zu denen ich dich nach dei­nem Blog­ein­trag jetzt auch mal ste­cke) kön­nen es nur schwer (oder gar nicht) ertra­gen, wenn Kri­tik an „ihrem“ Unter­neh­men geübt wird. Deine iro­ni­sche Ver­sion des Zei­tungs­ar­ti­kels ent­behrt jeg­li­cher schar­fen Form, der sich der Autor nun mal bedient, um Auf­merk­sam­keit zu erre­gen. Bevor jetzt wie­der die Rufe kom­men, dass er nur Auf­merk­sam­keit erre­gen will, ohne Inhalt, muss ich wider­spre­chen. Mit einer „get a mac“ arti­gen Kri­tik kommt jeder Macu­ser klar – nimmt sie aber auch nicht ernst. Will man ein paar von ihnen aber zum Nach­den­ken brin­gen, bedarf es eben ein paar kla­rer Worte – auch wenn diese nicht „iro­nisch“ oder „wit­zig“ wir­ken. Ein­fach mal klipp und klar sagen wie es ist. Punkt. Das macht der Autor des Arti­kels. Mich zumin­dest hat er damit erreicht.

Wie sehr sich die Benut­zer mit Apple iden­ti­fi­zi­ern zeigt sich sehr schön daran, dass sich die wenigs­ten Gedan­ken über das Unter­neh­men oder die neue Soft­ware machen, son­dern sofort mit dem Fin­ger auf andere gezeigt wird, weil „die das ja auch so machen“. Eine selt­same Art, sich mit dem Thema aus­ein­an­der­zu­set­zen aber lei­der die häu­figste. Hier greift die Wer­bung (das bespro­chene „i“) voll. Man merkt, wie sich Apple Fans per­sön­lich ange­grif­fen füh­len und reflex­ar­tig erstein­mal auf andere zeigen.

Das hätte ich ehr­lich gesagt in so einer Deut­lich­keit nicht erwartet.

Man darf doch mal fra­gen „Hat Apple das Tele­fon mit dem iPhone (als Bei­spiel) neu erfun­den?“. Mei­ner Mei­nung nach darf man auch mit ruhi­gen Gewis­sen zu der Ant­wort „nein“ kom­men. Pho­nes mit Touch­Screen gibt es schon lange und sie funk­tio­nie­ren her­vor­ra­gend. Klar hat Apple wie­der alles ein biss­chen ein­fa­cher zu bedie­nen gemacht und nette Goo­dies mit hin­ein­ge­packt aber das Tele­fon neu erfun­den??? Wenn Sony Erics­son das Handy her­aus­brin­gen würde – und das zu dem Preis – ich würde stark bezwei­feln, dass es Auf­merk­sam­keit erre­gen würde. Wer das P900 kennt weiß, dass es nicht so ist.

Der Autor wählt mit Apple den wun­der­bars­ten Ver­tre­ter des Kon­sum­mark­tes, weil man bei kei­ner Firma sonst beob­ach­ten kann, wie sehr die Jün­ger die Firma schüt­zen. Dabei ret­tet kei­ner bei Apple die Welt indem er Medi­ka­mente erforscht oder neue Ener­gie­quel­len ent­wi­ckelt. Sie bauen Musik­ab­spiel­ge­räte und Macs – und jetzt das iPhone, das Pres­se­wun­der noch bevor es jemand in der Hand hatte. Am meis­ten erstaunt hat mich die Redak­tion von MacTV (www​.mac​-tv​.de), die mit ihrem iPod Stamm­tisch kri­ti­sche Töne ange­schla­gen haben. Da war ich wirk­lich überrascht.

Ich mach jetzt auch mal ein Fazit, sonst wird es wie­der zu lange. Ich kenne zu viele Apple Fans, die sich nach der Keynote das Handy sofort gekauft hät­ten, wenn es „we ship it – right now“ gehie­ßen hätte, obwohl sie ihre vor­he­ri­gen Han­dys im Media­markt fünf Stun­den pro­be­ge­tes­tet haben.

Die­ses blinde Ver­trauen in Apple fand ich am Anfang kurios und mitt­ler­weile scho­ckiert es mich immer mehr.

Auch wenn das jetzt Off Topic ist und jede Menge Kri­tik brin­gen wird (falls es über­haupt noch einer liest :-) ): Man sieht es am bes­ten im Macu­ser Forum. Bei­piel: Es gab einen Thread, in dem man seine Modi­fi­ka­tio­nen unter MacOS pos­ten konnte (Icon ändern, Wall­pa­per, viel­leicht auch etwas über Shapes­hif­ter). Statt flei­ßig Bil­der zu pos­ten kamen die ers­ten Ein­träge, warum man über­haupt etwas ändern sollte, da MacOS per­fekt sei. Das wurde dann schnel­ler das Thema als der Titel hergab.

Wenn jemand wis­sen möchte, wie man die Star­ti­cons in Boot­Camp ändert, dann wird argu­men­tiert, dass man Boot­Camp nicht braucht, weil Win­dows schlecht ist.

Über­all Leute, die sich sofort ange­grif­fen füh­len und „ihren“ Mac ver­tei­di­gen, als ob sie die Macs und die Pro­gramme selbst ent­wi­ckelt hätten.

Nach der WWDC im letz­ten Jahr habe ich mir eins der neuen Apple Cinema­Dis­play bestellt. Einen Monat spä­ter musste ich lesen, das Apple (ent­ge­gen der Spe­zi­fi­ka­tio­nen auf ihrer Seite) wei­ter­hin in Europa die alten ver­sen­de­ten. Meins war auch betrof­fen. Ich rief bei Apple an und wollte Ersatz durch ein neues Modell. Die Mit­ar­bei­ter sagen mir aber, dass sie das nicht machen könn­ten, weil es für Europa erst ein­mal nur alte gäbe. Ich war ent­setzt, offen ange­lo­gen wor­den zu sein. Cinema Dis­plays sind im Ver­gleich zu ande­ren sowieso recht teuer.

Ich sah mich im Inter­net um, was andere Macu­ser zu dem Pro­blem sagen wür­den. Reak­tion: Die alten Cinema Dis­plays sind doch auch gut, warum regst du dich so auf? Da wird man offen belo­gen, zahlt 700€ für ein Dis­play, dass es mit dem glei­chen Panal schon für 300€ gibt und dann ver­steht kei­ner meine Empörung.

On Topic: Ich hätte mir gewünscht, dass der Arti­kel das kri­ti­sche Den­ken der Macu­ser ein biss­chen mehr för­dern würde. Statt des­sen hat es wohl nur die Ver­tei­di­gungs­re­flexe aktiviert.

Auch wenn Win­dows User das schlech­tere Betriebs­sys­tem haben – die Com­mu­nity hat mehr Sinn für Mit­ein­an­der. Bei Mac­nut­zern wird meist zuerst die Firma geschützt – auch wenn berech­tigte Zwei­fel ange­bracht sind.

Viel­leicht soll­ten man­che den Arti­kel noch ein­mal lesen und den wah­ren Kern des Arti­kels – Es sind nur Sachen, die da ver­kauft wer­den, ihr seid nicht die Firma und die Pro­dukte machen per se nicht schon glück­li­cher – noch ein­mal genauer unter die Lupe nehmen.

PS: Ich weiß deine sach­li­che Art zu schät­zen und es macht Spass hier zu pos­ten. Wie immer ist alles nicht auf dich bezo­gen, nur sub­jek­tive Konversation ☺

Noch mal zum iPhone, weil das Argu­men­tie­ren Spaß macht: ;)

Ich kann dazu nichts sagen denn ich gucke die Keyno­tes nie an, es sei denn, ich plane eine neue Anschaf­fung. Die tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen des iPhone inter­es­sie­ren mich nicht, weil ich ein funk­tio­nie­ren­des Handy habe und kein neues brau­che. (Toi Toi Toi) Das iPhone halte ich per­sön­lich für über­haupt kein zu Apple pas­sen­des Pro­dukt, aber die wer­den schon wis­sen, womit sie mei­nen Geld ver­die­nen zu kön­nen, abge­se­hen davon würde ich nie­mals auf die Idee kom­men 500 Euro und mehr für ein Tele­fon aus­zu­ge­ben. Im Übri­gen gibt Herr Kort­mann auch nur vor, über das iPhone zu schrei­ben, er schreibt ja eigent­lich über Technikkulte.

Was mich ehr­lich gesagt scho­ckiert, dass das Pro­dukt jetzt schon eine sol­che mediale Reso­nanz bekommt—obwohl wie du schon geschrie­ben hast—überhaupt nix bewie­sen (sprich: aus­ge­lie­fert) wurde. Wie gesagt, ich finde per­sön­lich dass Apple wie andere Fir­men auch oft genug den letz­ten Beweis schul­dig bleibt. Daher betrachte ich die Keyno­tes auch als rie­sige Dau­er­wer­be­sen­dun­gen ohne Garantie—Dein Erleb­nis mit dem Cinema-Display ist ja lei­der kein Einzelfall.

Zum Thema Apple-Kritik muss ich sagen: Green­peace hat es getan, die Blog­ger tun es, Apple hat immer wie­der Schwie­rig­kei­ten, ins­be­son­dere in skan­di­na­vi­schen Län­dern, mit dem iTMS und sei­nem DRM. Dass die Leute sich weh­ren und ankla­gen geschieht zu recht—damit kann ich leben, nicht alles was der große Apfel tut ist rich­tig. Dass sie bspw. ihre iLife-Suite anfangs mit den neuen Maschi­nen vor­in­stal­liert auf den Markt geschmis­sen haben, ohne Pro­bleme mit den Wett­be­werbs­hü­tern zu bekom­men, ist mir bis heute schlei­er­haft, mag aber an der mar­gi­na­len Posi­tion und dem gerin­gen Markt­an­teil von Apple lie­gen. Aller­dings stel­len die nun mal—bei aller berech­tig­ten Kritik—die Com­pu­ter her, mit denen ich momen­tan am bes­ten arbei­ten kann. Also: Ja ich nutze die Apple-Plattform aus Über­zeu­gung, weil sie meine täg­li­chen Bedürf­nisse was das Arbei­ten mit dem Com­pu­ter betrifft, ganz gut abdeckt. Würde es fer­tig kon­fi­gu­rierte out-of-the-box funk­tio­nie­rende Linux­lap­tops geben, die a) die Halt­bar­keit der App­le­pro­dukte auf­wei­sen und mir b) die­selbe Pro­duk­ti­vi­tät ermög­li­chen, hätte ich wahr­schein­lich den Linux­lap­top. Ich bin also über­zeugte Macu­se­rin, solange die Platt­form genau die­sen Zweck erfüllt, mich pro­duk­tiv sein zu las­sen, sprich, das was mit dem Com­pu­ter erle­digt wer­den muss, schnell und bequem zu schaffen.

Ich—das kann man nun glau­ben oder nicht—betrachte der­ar­ti­ges Equi­pe­ment nicht als Sta­tus­sym­bol son­dern als Werk­zeug. Ich gebe zu, dass das bei ande­ren aus dem Forum anders sein kann. Abge­se­hen davon gestehe ich ein, eine per­sön­li­che Bezie­hung zur mich umge­ben­den Tech­nik zu haben. Ich will nicht das weib­li­che Kli­schee bemü­hen, aber alle meine bis­he­ri­gen Com­pu­ter (auch die Wintel-Maschinen) hat­ten Namen, usw. usf.  Bin ich gerne Macu­se­rin? Ja abso­lut! Warum? Ers­tens: Weil ich die Gemein­schaft dan­kens­wer­ter Weise anders ken­nen gelernt habe als du. Liegt das nun an mei­nem PC? Nö, die glei­chen net­ten Leute wären mir auch im Win­dows­fo­rum begeg­net da bin ich mir sicher. Als ich dazu kam, da war spe­zi­ell unser Forum noch etwas klei­ner, Freund­schaf­ten sind ent­stan­den, die bis heute hal­ten (auf per­sön­li­cher Basis, nicht via Mail oder Instant­mes­sen­ger!) weil ich Leute ken­nen­ge­lernt habe, die mit mir auf einer Wel­len­länge sind. Mauki hatte damals noch kei­nen Mac (man stelle sich das mal vor!), es gab eine hand­voll Mods, kaum geschlos­sene Thre­ads und auch sonst war alles noch ein wenig anders. Ach ja die gute alte Zeit: Man hat sich gehol­fen, man hilft sich wei­ter, tauscht sich aus—bei den Win­dow­sus­ern pas­siert das neben­bei, u.a. weil die Platt­form so ver­brei­tet ist. Bei uns tref­fen viele ihre Com­pu­ter­bud­dies halt nur im Forum, darum gibt es dort wahr­schein­lich auch eine grund­le­gende Abwehr „feind­li­cher Infil­tra­tio­nen“. Wenigs­tens dort will die Gruppe unter sich sein und nicht mit doo­fen Fra­gen aus der ande­ren Welt kon­fron­tiert sein—gruppendynamisch macht das alles Sinn. ;) Abge­se­hen davon betrach­ten sich einige Macu­ser als Elite (ich weiß gar nicht wovon/worunter?). Lei­der sind da immer wie­der Gra­ben­kämpfe im Gange, die ich nicht so toll finde, aber in einer sol­chen gro­ßen Com­mu­nity wohl auch nicht zu ver­mei­den sind. Zwei­tens bin ich froh, end­lich die Arbeits­um­ge­bung gefun­den zu haben, die mir ent­ge­gen kommt. Punkt.

Wie dem auch sei, ich halte nichts von aggres­si­ver Revier­ver­tei­di­gung, im Gegen­teil, man hilft sich wo man kann: Bei dem einen ist es die LaTeX-Installation, die (meine) Nacht­schich­ten braucht, beim ande­ren das Boot­camp, weil SPSS unter Mac OS Ⅹ nix wei­ter als ne Alil­bi­ver­an­stal­tung und nicht nutz­bar ist. Ich bin per­sön­lich nicht scharf drauf Leute zu bekeh­ren, Apple die Welt­herr­schaft zu geben oder so—jeder soll doch bitte das Werk­zeug nut­zen, wel­ches ihm/ihr ent­ge­gen kommt und wenn dazu Boot­camp, Par­al­lels und/oder Win­dows not­wen­dig sind, dann bitte, helft dem Jun­gen seine Auf­ga­ben rea­li­siert zu bekommen—in der Wer­bung hieß es ja, es sei machbar.

Mir soll nur—und an der Stelle setzt wirk­lich mein(!) Abwehr­re­flex ein (weil ich das Gefühl hatte, der Bei­trag spricht mich als Kon­su­men­tin an und nicht als Macuser)—niemand erzäh­len, das die Wahl mei­nes Com­pu­ters wei­ter­ge­hende Aus­sa­gen über mich als Men­schen macht. Auch die Wahl mei­nes Autos (hätte ich eins), mei­ner Lieb­lings­scho­ko­lade, mei­ner Musik, mei­nes Hun­des und mei­nes Fern­se­hers geben dar­über nur sehr bedingt Aus­kunft. Oder über mein Kon­sum­ver­hal­ten. Ich bin recht kri­tisch vie­len Din­gen gegen­über ein­ge­stellt, wie man viel­leicht auch lesen kann. ;) Schon rein sta­tis­tisch gese­hen macht so eine Ein­zel­be­ob­ach­tung eines Merk­mals über­haupt keine Anstal­ten, sich gene­ra­li­sie­ren zu las­sen. Es geht mir hier wie schon mehr­fach behaup­tet nicht um das Bei­spiel son­dern ums Prin­zip. Ich mag kein Schub­la­den­den­ken, das ver­kauft der Arti­kel aber, indem er pau­scha­li­siert. Und nach wie vor muss ich mich ernst­haft nach dem Adres­sa­ten fra­gen: Wenn es, wie Du schreibst, die Apple Com­mu­nity wäre, könnte er doch pro­blem­los sein Apple-Beispiel mit dem iPhone durch­zie­hen. Tut er aber nicht. Wenn es um den Kapi­ta­lis­mus der Ego­is­ten ginge, könnte er noch so viele andere Bei­spiele brin­gen: Den Apple zur Lebens­kunst kul­ti­vie­ren­den, schö­nen, erfolg­rei­chen, bla bla bla Macu­ser. Macht er nicht. Wenn es ihm um die Unzu­läng­lich­kei­ten des iPho­nes ginge, könnte er mit ande­ren Tele­fon­mo­del­len argu­men­tie­ren, die schon lange kön­nen, was das App­le­phone noch nicht tut (da ja noch nicht aus­ge­lie­fert). Ich zweifle ein­fach, ob sich der gute Mann ernst­haft Gedan­ken gemacht hat, wohin die Reise gehen soll, bevor er ange­fan­gen hat über etwas zu schrei­ben, von dem er nur so ein paar Eck­pfei­ler im Kopf hatte. Damit habe ich ja an sich auch kein Pro­blem, das pas­siert mir selbst oft genug—nur dann sollte halt ein Redak­teur fix genug sein, Essay drü­ber zu schreiben.

Aber wie gesagt: Bei mir—und das ist nun per­sön­lich, ich kann ja nur für mich sprechen—war die Ent­schei­dung zum Apfel aus jah­re­lan­ger Unzu­frie­den­heit mit Win­dows gebo­ren. Ich habe mich nach Alter­na­ti­ven umge­se­hen, so einige Linuxe getes­tet und dann auch die Mac-Plattform. Das hat gepasst, dabei bin ich dann geblie­ben. Soll­ten sie noch viel mehr Kli­ckib­unti ins Mac OS Ⅹ ein­bauen, erwäge ich wie­der einen Wech­sel Rich­tung Linux mit weni­ger Spie­le­reien und Schnick­schnack. ;)

Ich würde auch nicht behaup­ten, dass das Macu­ser­sein mich als Men­schen aus macht. Ich ver­fechte Apple eigent­lich nur in Situa­tio­nen, wo ich mir sicher sein kann, der andere kennt nicht beide oder alle Seiten/Alternativen. Es ent­spricht mei­ner Natur, erst mal nicht immer das zu tun, was andere tun, weil die Masse Mensch ist ja bekannt­lich dumm, für sol­che Gele­gen­hei­ten sind dann immer Schrei­ber­linge wie Herr Kort­mann gut, die haben das Ver­mö­gen, mal  auf­zu­rüt­teln. Dass ich bemüht bin, immer etwas Opti­ma­les für eine indi­vi­du­elle Situa­tion zu fin­den, bedeu­tet wohl auch, dass ich bereit bin eine Stan­dard­si­tua­tion mit beson­de­ren Mit­teln anzu­ge­hen und erst mal nichts aus­zu­schlie­ßen. Das führt dazu, dass ich die­je­nige bin, die mit­ten in der Nacht ange­ru­fen wird, wenn bei Kom­mi­li­to­nIn­nen das Office ver­sagt, die Win­dows­in­stal­la­tion hän­gen bleibt , das iMo­vie nicht bedient wer­den kann oder das Mail.app die letz­ten eMails in den Abgrund reißt. Das führt dazu das ich mich mit dem, was mich beschäf­tigt, mög­lichst breit aus­ein­an­der­setze um in sol­chen Fäl­len (wenn aus­drück­lich nach mei­ner Mei­nung gefragt wird, auch eine zu haben) eine Alter­na­tive im Ärmel zu haben. Aller­dings betrachte ich das ganze eher unter dem Usability-Aspekt und der Nütz­lich­keit, das Maschin­chen im All­tag als ver­läss­li­chen Skla­ven für Daten­dienste, nicht mehr und auch nicht weni­ger. Das Pro­blem sitzt ja in der Regel 50 cm vor dem Bild­schirm. Es geht nicht um Reli­gion (Gott sei Dank) son­dern um: Er/sie hat ein Pro­blem, wel­ches Werk­zeug passt? Wahr­schein­lich, und das räume ich gerne ein ist meine Schwä­che, schließe ich zu oft von mir direkt auf das Ver­hal­ten ande­rer: Wenn sie etwas benö­ti­gen, wer­den sie sich infor­mie­ren und dann kau­fen, was sie BRAUCHEN. Wenn sie unzu­frie­den sind, INFORMIEREN sie sich über Alter­na­ti­ven (nicht: inves­tie­ren Unsum­men in die Katze im Sack).

Bei all die­sen auf­ge­zähl­ten Situa­tio­nen geht es ganz rich­tig, um das Kon­zept des Ⅰ (laut Mead) nicht des ME. Kort­mann behaup­tet es aber gera­dezu umge­kehrt: Weil sie Kon­su­men­ten von ⅹ sind, han­deln sie y. Ich behaupte aber: Weil bei mir Situa­tion a vor­liegt kaufe ich Pro­dukt ⅽ gehöre damit zum Kon­su­men­ten­kreis cC und nicht cB. Auf­grund die­ser Wirt­schafts­be­zie­hung indi­vi­du­el­les Ver­hal­ten abzu­lei­ten, halte ich nur für begrenzt mach­bar. Anders wäre die Hypo­these schon stich­hal­ti­ger: Firma Ⅽ stellt ein Pro­dukt ⅽ mit c‘-Eigenschaften her. Sie setzt f©-Strategien ein, um es zu ver­mark­ten. Wenn jetzt die ?C die Eigen­schaf­ten c“ auf­wei­sen, die mit bestimm­ten c‘-Eigeschaften kor­re­spon­die­ren und daher auch beson­ders emp­fäng­lich für die f©-Werbemaßnahmen sind, dann – ja dann hat  die Mar­ke­ting­firma gute Arbeit in Sachen Infor­ma­ti­ons­trans­pa­renz auf dem Waren­markt, Ziel­grup­pen­er­fas­sung und Anpas­sung der Wer­be­maß­nah­men auf die Ziel­gruppe geleis­tet. Außer­dem liegt dann in der rela­tiv homo­ge­nen Ziel­gruppe wahr­schein­lich eine Affi­ni­tät zum ande­ren Nut­zer und zum Pro­dukt vor und den Rest erle­di­gen dann Mund­pro­pa­ganda und die Macht des Netz­werks (Stich­wort: Inklu­sion und Exklu­si­vi­tät, Eigen­grup­pen­prä­fe­renz und –auf­wer­tung). Soweit meine Theo­rie zum blin­den Apple-Kult. Ich per­sön­lich finde eine kon­zise Ana­lyse immer bes­ser als einen noch so wür­zig geschrie­be­nen Rund­um­schlag, aber das ist wahr­schein­lich Geschmackssache.

Und nun mal zum Ende der Dis­kus­sion: Ich ver­bringe meine Frei­zeit zu einem erheb­li­chen Teil damit, Leu­ten mit PC-Problemen jed­we­der Art zu hel­fen, weil ich a) gern helfe und b) mir gehol­fen wurde, als ich dar­auf ange­wie­sen war. Wenn es Com­pu­ter im Bio­la­den zu kau­fen gäbe, oder ich ihn finan­zie­ren könnte, indem ich mal etwas für die Gemein­schaft tue, würde ich das machen. Geht aber lei­der nicht, ganz unab­hän­gig vom Betriebssystem.

Off­to­pic: Ich hoffe Du kennstShapeS­hif­ter, Uno und die Home­page pixel­girl? Das ist so die Basis­aus­stat­tung für etwas Desktopmodding.

Allen, denen an die­ser Stelle nun mehr erfolg­reich Kopf­schmer­zen ver­ur­sacht wur­den :) — —einen schö­nen Start in die Woche. Evtl. habt ihr ja Lust auf weni­ger kopf­las­ti­ges eher unter­halt­sa­mes Kino? Dann ver­mei­dert bitte Babel. ;) Ich war total ver­wirrt danach.Auch wie­der so eine Sache wo ich nicht wusste, was die Macher sagen wollten.

[…] der iPhone-Hype vor gefühl­ten 10 Jah­ren begon­nen hat1, ver­wei­gere ich mich ja jeden Kom­men­tars. Auch die […]

[…] der iPhone-Hype vor gefühl­ten 10 Jah­ren begon­nen hat1, ver­wei­gere ich mich ja jeden Kom­men­tars. Auch die […]

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