Netzpolitik.org berichtet über interessante Blogeinträge, in denen Blogger über die neue Kommentarfreude der Googlers zum leidigen und zu recht kritisierten China-Thema Auskunft geben:

Google founder Sergey Brin told an interviewer that censoring China’s search-results at the behest of the totalitarian government in Beijing was a „net negative“ for Google. Before this, Google’s position on China was the a kind of Orwellian doublespeak: „We have to censor China because they have lots of money and we can’t have any without participating in censorship“ and „If we censor China but tell Chinese people when they’re being censored, they’ll clamor for democracy.“ (Um… yeah… What about if you just send uncensored web-results to China about democracy? Wouldn’t that aid the cause of democracy more?)

Netzpolitik dazu:

Was haben wir hier? Lamentieren, dass die Leute nur oberflächlich lesen. Nicht die Spur einer Einsicht, die Konsequenzen nach sich ziehen würde. Keine kleinste Andeutung, dass dies zukünftig eine Änderung der Firmenpolitik bringen könnte. Sie bedenken immer was sie gerade tun, also alles beim Alten. Konkurrent Baidu wird weiterhin auf chinesische Art bekämpft.

Das Interview findet sich im Guardian und lässt leichte Zweifel bei mir aufkommen, ob die Google Gründer mit der notwendigen Ernsthaftigkeit an das Thema gehen:

Rather than suggest paid-for content was doomed, they called for a new model to collect revenues. „I should probably pay for the Wall Street Journal but Ⅰ don’t because it’s a hassle,“ said Mr Page, who is worth billions. „I’m not worried about the money thing, it’s just a hassle.“

Google ist schon lange kein Haustier-Projekt zweier Stanford-Absolventen mehr – es wird aber oft noch als solches in den Medien und auch von Brin und Page dargestellt. Die Lektüre von David A. Vises „The Google Story“ lehrt mich zwar das Gegenteil, nämlich dass die Gründer sehr genau das Wohl des wachsenden Riesen im Auge haben. Trotzdem erstaunt mich immer wieder die Sorglosigkeit, mit der Brin und Page der Presse gegenübertreten. Siehe auch im Handelsblatt: „Wir sind nicht Microsoft„. Na warten wir es mal ab.

Dazu passt ein Beitrag von Hannah Clark, die das Glück hatte in Davos – zusammen mit einigen anderen Bloggern – die Google guys zu treffen und ein wenig zu plaudern, u.a. über das Beibehalten der China-Strategie:

Both argued that some access to information in China is better than nothing. Brin said he was instinctively opposed to the deal because he was born in the Soviet Union. „Having felt that kind of oppression, Ⅰ would never have wanted to compromise in that direction.“ His opinion changed, he said, when he talked with Chinese people about it. „They’re really proud of what China has accomplished. They feel that as much information as can go into China, the better off it is.“

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