oder so ähnlich kann ich jetzt sagen, denn meine erste Vorlesungszeit hier in Marburg im Masterprogramm ist vorüber. Ich weiß noch nicht wirklich, was ich davon halten soll, daher jetzt noch kein Resumee. Allerdings hörte diese erste Semesterphase auf, wie sie begann, mit einer Hell Week, Gruppentreffen, Referaten, einer Klausur, Feedback‑ und Evaluationsrunden, viel Stress, viel zu tun, viel Alkohol.

Am Wochenende hatte ich noch Blockseminar, am Freitag mein erstes Referat auf Englisch, ich war super aufgeregt und wär am liebsten vorher raus gerannt. Fight or Flight-Syndrom, ich wollte definitiv letzteres, tat aber ersteres und habe nun mein englischsprachiges Seminar hinter mich gebracht. Das Paper dazu, mit dem Titel „Ideas for a New Understanding of the UN as Representative of the People of the United Nations“ muss nur noch korrekturgelesen und eingereicht werden, außerdem gibt es ein Wiki zum Thema.

Vor dem Referat am Freitag war ich zu aufgeregt, um zu essen, hinterher sind wir noch zur Peter-Becker-Preisverleihung gegangen und anschließend zum Semesterabschluss-Trinken, was aufgrund meines leeren Magens eine echte Erfahrung war. Mal wieder nehme ich mir vor, zu fasten. Bis Ostern bzw. bis zum Beginn des neuen Semesters Alkoholattacken auf Hirn zu vermeiden. Mal sehen, wie lange ich durch halte. :)

Gestern war dann noch das Symposium „Perspektiven für den Irak“—eine super Veranstaltung, leider musste ich schon nach der Mittagspause gehen: Heute geht es nach Bozen, Italien, zum Rodeln und ich hatte weder eine Reisetasche, noch diverse andere Dinge für die Schnee‑ und Reisetauglichkeit.

Also wollte ich im Ahrens nach einer kleinen Tasche gucken: Nach dem ich mich zwischen zweien nicht entscheiden konnte, aber nur eine davon mit einer Fasskraft beschriftet war, frug ich die Verkäuferin, ob man irgendwie feststellen könne, welche der Taschen mehr fasst. Die Frau sagte nur, dass es eben auf manchen Taschen drauf steht und auf anderen nicht und ließ mich stehen, die nächste Verkäuferin auch. Nach 15 Minuten zur Schau gestellter Hilflosigkeit kam die zweite Verkäuferin auf mich zu und fragte scheinheilig, ob sie helfen könne. Da es mir/uns nun nicht zum ersten mal passiert ist, dass man im Ahrends hier in Marburg einfach nicht bedient wird (es sei denn, man schaut sich in der Küchenabteilung sabbernd ein Topfset für zarte 500 Euro an) habe ich beschlossen, die Frau aufzuklären und rauszugehen. Natürlich hatte ich dann keine Reisetasche, aber die kleine, diesmal aber genutzte Konsumentenmacht war angebracht. Gut gemacht Amy! (Jetzt muss Svens große Tasche halt mit.)

So heute geht es also—in knapp 2 Stunden—nach Bozen. Acht FuK-Studierende überfallen die Eltern einer Kommilitonin aus Südtirol. Wir wollen eigentlich Rodeln, stellen uns nun aber auf Wandern ein— mangels Schnee. Sportlich Begabtere wollen Ski fahren und Snowboarden, ich plane ganz mutig ein wenig auf Schlittschuhen so zu tun, als könnte ich es, sehe mich aber auch schon mit Knochenbrüchen in der Notaufnahme.

Im Moment ist wieder Marburg-Koller bei mir angesagt, alles ist zu klein, zu eng, zu dicht. Ich freu mich schon riesig auf die Berge, die gastfreundliche Familie hat zwei Hunde, so dass ich Lemia hoffentlich nicht gar zu doll vermissen werde. Sven muss arbeiten und bleibt mit Lemia hier, aber sobald ich am nächsten Freitag zurück bin, setzt er sich in Richtung Köln zum Karneval ab.

Es stehen viele Hausarbeiten und Gruppenberichte in der vor uns liegenden vorlesungsfreien Zeit an, aber irgendwie ist doch alles entspannter, nun, wo man weiß, dass man sich die Zeit weitgehend selbst einteilen kann.

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