Während 1&1 neue Kunden mit dem OpenSource-Pendant zu Microsofts Exchange Server ködern will, hat Dell (nach dem Ausrutscher mit der FreeDOS-Aktion) vor einigen Tagen – ganz Web 2.0 like – die Kundenwunschhomepage Ideastorm gestartet.
Dort können Kunden nun Wünsche aller Art an Dell äußern. Laut Golem.de und Ideastorm sollen die Kundenwünsche dazu genutzt werden, das Portfolio anzupassen und somit besser auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen, und die sind erfreulich konkret:
„So steht der Wunsch nach Linux-Rechnern ganz oben auf der Liste, gefolgt von der Möglichkeit, OpenOffice.org statt Microsoft Office vorinstalliert geliefert zu bekommen, ggf. mit der Möglichkeit, weitere Open-Source-Applikationen optional hinzufügen zu können. Dahinter folgen unter anderem der Wunsch nach einem Linux-Laptop, PCs ohne Betriebssystem und Systemen mit Firefox als Standard-Browser.“
[Quelle: Golem]
Sehr gute Idee, wie ich finde. Hoffentlich dringen die Wünsche bis zu den Entscheidungsträgern bei Dell. So 100%ig OpenSource/kunden-freundlich scheint man dort nämlich noch nicht eingestellt zu sein:
„Man wolle zudem mit weiteren Linux-Distributoren an Zertifizierungen arbeiten, um den Nutzern nicht eine Variante aufzudrängen und auch weitere Möglichkeiten für Ideen im Zusammenhang mit Linux würden geprüft. Vorinstallierte Linux-Geräte erwähnt Dell allerdings nicht.
Während sich Dell auch noch nicht zu OpenOffice.org äußerte, soll es in Zukunft leichter sein, die Software-Zwangsdreingaben wieder loszuwerden. Hierfür soll es reichen, die Endbenutzerlizenzvereinbarungen nicht zu akzeptieren, damit die Programme automatisch vom PC entfernt werden.“
[Quelle: Golem]
Zertifizierungen allein (quasi „Linux ready“-Garantien) bringen die Softwarealternativen aber noch lange nicht unters Volk: Vorinstallationen und somit echte Wahlmöglichkeiten beim Kauf sind dazu besser geeignet als Hardwarelieferungen ohne Betriebssystem aber mit Linuxgarantie.
Insbesondere die Heimanwender benötigen fertig eingerichtete und vorinstallierte Geräte. Was nutzt alle Convenience beim Loswerden von unnützen mitgelieferten Produkten, wenn man am Ende doch selbst auf Linux migrieren muss. Wäre die Software vorinstalliert und vorkonfiguriert, würde sie sich auch schneller verbreiten, schon allein durch den „Man kann ja mal testen und später immer noch Windows aufspielen“-Effekt.
Trotz allem muss man sagen: Es bewegt sich was im OpenSource-Bereich! Die FOSS-Welt nähert sich den Desktoprealitäten. Endlich.
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