Das neue Sommersemester begann mit Biergarten‑ und Lagerfeuerabenden, zufriedenen Kommilitoninnen und jeder Menge Wiedersehensfreude und Frühlingsgefühlen bei den Friedens‑ und Konfliktforscherinnen in Marburg. Alles in allem also ein höchst gelungener Start!
Ich habe mich bereits ins volle Unileben geschmissen und direkt schon eine Präsentation (in der Mediationsübung) hinter mir, da ich gegen Ende des Semesters so wenig Arbeit wie möglich haben will, bevor das Praktikum beginnt. Die gute Laune der FuKs ist nicht nur aber zur Hälfte durch das gute und wenig April‑übliche Wetter bedingt—die Aussichten an der Uni werden immer – schöner.
Die andere Hälfte der gute-Laune-Bedingungen schafft das diessemestrige Kursangebot: Wir können zum Großteil aussuchen, was wir besuchen und allein die Freiheit der Entscheidungsmöglichkeit nach Neigung sowie die Qualität und einiger Veranstaltungen lassen uns mit positiven Erwartungen in dieses Semester gehen.
So ist das Tutorium in diesem Semester mit dem Schwerpunkt Ruanda auf unser aller Interesse abonniert. Ich darf in diesem Zusammenhang die Arbeit des DED vorstellen. In der Übung zur Konfliktintervertionssimulation bin ich in der Rolle der NGO Care International Deutschland e.V.—auch eine spannende Sache. Als Grundlage der Simulation wird der Konflikt in Nepal dienen, über den die meisten noch nicht so viel wissen, dass man nicht noch etwas lernen könnte.
Außerdem besuche ich den Großteil meiner Veranstaltungen nun in einem selbst zusammengepuzzelten Wahlmodul bei den evangelischen Theologen: Bioethik und theologische Anthropologie werden meine Schwerpunktthemen und es ist jetzt schon sehr interessant für mich. Als passende Ergänzung bin ich in zwei Kursen bei den Psychologen: Evolutionary Aspects of Interpersonal Behaviour und Kulturvergleichende Psychologie sind fast schon mehr Hobby als Uni—aber ich verbinde ja gern das Angenehme mit dem Nützlichen.
Außerdem gibt es in diesem Semester—neben der Ringvorlesung—ein zweiwöchiges Kolloquium zum Internationalen Völkerstrafrecht, was ganz guten Einblick in die Arbeit des International Criminal Court in Den Haag vermittelt.
Natürlich gibt es auch ein paar Pflichtveranstaltungen, die aber kein Leiden nach sich ziehen: Das Recht internationaler Organisationen ist nicht so langweilig wie es klingt, Gleiches gilt für die Einführung in die Interationalen Beziehungen. Die Ringvorlesung hat in diesem Semester für mich spannendere Themen im Programm als im Wintersemester und immerhin einen Tag in der Woche habe ich veranstaltungsfrei lassen können.
Was gibt es noch zu berichten? Die Forensic Anthropology-PhD-Leute aus Bradford haben sich immer noch nicht gemeldet, da werde ich nächste Woche mal hinschreiben, gleiches gilt für mein fast sicheres Praktikum in Nordirland. Eine schriftliche Zusage würde mich nicht nur beruhigen, ich könnte damit auch schön Auslands-BAföG und einen DAAD-Zuschuss beantragen. Achso: Flug buchen wäre dann natürlich auch möglich.
Die Hitze macht Hundi Lemia ganz gut zu schaffen, sodass wir jetzt immer früh recht zeitig rausgehen und nachmittags dann an die Lahnwiesen, sodass sie in der Lahn schwimmen kann. Mittlerweile sieht sie schon sehr professionell dabei aus—am Anfang hörte es sich jedesmal an, als würde sie ersaufen und dabei aussehen wie eine bleierne Ente. Mich macht mein Heuschnupfen und das Asthma immer noch wahnsinnig, sodass ich leicht eingeschränkt bin, was die Einsatzfähigkeit betrifft.
Abgesehen von diesen marginal-Ereignissen wurde in dieser Woche der Grill von Sven RICHTIG eingegrillt—mit 10 Gästen aus unserem höchst diversen Freundeskreis: Vegetarierinnen, die Weltreligionen waren bis auf das Judentum & Hindu vertreten, verschiedenste befreundete Nationalitäten waren genauso vertreten, wie Dialekte, Weine und traditionelle Futtermittel aller Art. Noch 2 Tage später waren die Leute satt bis oben hin, die Leute sind zufrieden von unserer Terasse gekugelt und Lemia wurde von allen Gästen wieder gehätschelt als gäbe es kein Morgen mehr.
Gestern habe ich—das erste Mal seit dem Læsø-Urlaub vor 1.5 Jahren, als ich mich heldenhaft auf ein Miet-Fahrrad und 5 Minuten später nach gleichzeitiger Betätigung beider Bremsen über den Lenker geschwungen habe—naja, jedenfalls 1.5 Jahre nachdem ich mich das letzte mal mit einem Fahrrad auf den Asphalt gelegt habe, habe ich gestern todesmutig hier in Wehrda auf einen Drahtesel geschwungen. Das Erbstück wackelte hier ziemlich mit mir über Stock, Stein, Hügel und Wiese. Nachdem wir—ich, sonnengebräunt äh rot wie ein Krebs und mit Muskelkater im ganzen Körper—wieder im Einkaufszentrum von Wehrda ankamen, wollte mir Sven nur noch was im Bikemax (= örtlicher Fahrradbedarfsladen) „zeigen“. Wie schon angedeutet: Das war ein ganz schwacher Moment. Nachdem ich meinen klapperigen und ziemlich hügeluntauglichen Drahtesel dort abgestellt hatte, und auf einem Mountainbike gesessen bin (ich hatte den Laden nicht mit Kaufabsichten betreten, Sven zieht die Verkäufer aber an wie der Tod die Schmeißfliegen und beraten lassen ist sowieso sein Hobby), war es um mich geschehen. Eine Heimfahrt und das Holen meines Portemonnaies später war ich eine Stange Geld los und bin nun im Besitz eines Wehrda-tauglichen Fahrrads. Achso: Muskelkater hab ich auch ganz üblen und meine Sitzhöcker bringen mich heute um. Wer sportlich sein will muss leiden. Nun gut, ich bin ganz schwach gewesen und Impulskäuferin, so einmal im Jahr.
In den nächsten Tagen bereite ich eine vierstündige Präsentation zum Thema Hominids, Hominins, Humans. Am 1. Mai wird die FuK-Familie wieder grillen, am Mittwoch ist die Präsenation und nächste Woche Freitag werde ich wohl nach Hamburg fahren um als Ehrenamtliche bei pbi anzufangen. In der neuen Woche wird auch noch ein neuer Auftrag über TeXt ex machina hereinkommen—mal sehen, wie das dann läuft.
Leider habe ich vier mal in der Woche bis 20 Uhr Uni, sodass ich—außer zu Uni, Socializing und so Nebensächlichkeiten wie Schlafen, Arztbesuchen und Essen—kaum zum Bloggen komme. Evtl. ändert sich ja der Zeitplan, wenn einige Dinge mit Praktikum, BAföG & PhD geklärt sind.
Post a comment