Zum zwei­ten mal habe ich es geschafft, kurz vor Weih­nach­ten von mei­nem Arbeit­ge­ber vor die Tür gesetzt zu werden.

Bei den Theo­lo­gen geht es offen­sicht­lich genauso nüch­tern zu wie bei den Medi­zi­nern. Ein Jahr nach­dem mich die Medi­zin­so­zio­lo­gen nicht mehr bezah­len konn­ten, bin ich nun auch uner­war­tet für die Theo­lo­gen zu teuer: Das Konto ist leer, man könne meine Arbeits­kraft ab Januar nicht mehr voll (d.h. 10 Stun­den pro Woche) bezah­len. Ganz gro­ßes Kino: Dies­mal mit Werk­stu­den­ten­ver­trag, der offen­sicht­lich nie wirk­lich soweit im Insti­tut durch­ge­drun­gen ist, dass er wirk­sam wurde (im Sinne von „von bei­den Ver­trags­par­teien als in Kraft getre­ten“ ein­ge­stuft), habe ich dort seit dem Som­mer gear­bei­tet und darf mich nun neu umgu­cken. Der Chef hat Pro­jekte, Arbeits­auf­wand sowie finan­zi­elle Res­sour­cen falsch ein­ge­schätzt und dachte irgend­wie, dass mei­nen Aus­sa­gen zum begrenz­ten Zeit­vo­lu­men (“Ich bin gerne bereit für die­ses Win­ter­se­mes­ter Auf­ga­ben a, b und ⅽ zu über­neh­men – im Umfang von etwa 10 Stun­den pro Woche – mehr geht lei­der nicht.“) irgend­wie beherz­tes Arbei­ten im Umfang von 20–40 Stun­den die Woche folgt. Jeden­falls bekam ich Falsch­in­fos bzw. Pro­jekt­in­fos, die sich hin­ter­her als unrea­lis­tisch her­aus­stell­ten. Und trotz des Ver­tra­ges wird es wohl ab Januar keine Arbeit mehr geben – heute sollte ich dann direkt die Hono­rar­rech­nung für Okto­ber bis Dezem­ber schrei­ben – obwohl abge­macht war, dass ich auf Stun­den­ba­sis bezahlt/beschäftigt werde, ohne Hono­rar. Denn logisch: Hono­rar gibts nur, wenn es auch Arbeit gibt. So haben sie ein­fach den Ver­trag aus­ge­he­belt – mit dem „groß­zü­gi­gen Ange­bot“, dass dann mein ‚Hono­rar‘ unbü­ro­kra­tisch und schnell noch die­sen Monat kommt. Immer­hin mit 3 Mona­ten Ver­zö­ge­rung unter der Vor­gabe, es bestünde bis inklu­sive Februar ein Vertrag.

Ganz gro­ßes Kino, so kurz vor Weih­nach­ten und dem zwei­ten Aus­lands­auf­ent­halt. Ihr merkt, ich bin mal wie­der begeis­tert und ange­tan von mei­ner eige­nen Blöd­heit: Ich hätte mich in den letz­ten Mona­ten mun­ter auch auf kurz­zei­tige Pro­jekte am Zen­trum für Kon­flikt­for­schung bewer­ben kön­nen. Statt­des­sen dachte ich blau­äu­gig ich hätte einen Ver­trag – dies­mal auf der siche­ren Seite. Haha. War wohl nix. Wenn ich nicht mit 1000 ande­ren Din­gen beschäf­tigt wäre, hätte ich schon rich­tig Lust, die Leute zu ver­kla­gen, oder so. Aber es gibt gerade andere Prio­ri­tä­ten und so wäge ich gerade ab, ob es über­haupt Sinn macht, sich noch mit viel Auf­wand zu bewer­ben – auf die illu­so­ri­sche Hoff­nung hin, einen Job für zwei Monate zu fin­den. Nein, ich denke das ist keine Option.

Also, dar­auf hof­fen, dass der DAAD meine Mas­ter­ar­beit för­dert und die Zeit sinn­voll in die For­schungs­se­mi­nare inves­tie­ren. Die ent­spre­chen­den Ent­würfe und Kon­zepte sind zwar schon rela­tiv aus­ge­reift, aber die Lite­ra­tur­aus­wer­tung schleicht so dahin, dank zahl­rei­cher ande­rer Enga­ge­ments. Naja, der Job jeden­falls wird wohl ab Januar keine Ner­ven und keine Zeit mehr fres­sen. :(

Ich habe jeden­falls keine Ahnung, was mit die­ser verfl* Stadt und ihrer Uni los ist. Dass Pech und unge­meine Arbeits­be­reit­schaft in mir eine unglück­li­che Kom­bi­na­tion ein­ge­hen, ist mir ja mitt­ler­weile klar – wie aber einige Insti­tute hier mit ihren Hilfs­kräf­ten umge­hen, das ist mir unbegreiflich.

Nach­trag: Laut einer Stu­die zur Situa­tion von Hilfs­kräf­ten an der Uni Mar­burg scheint dies aller­dings nicht dem Mar­bur­ger Gesamt­bild zu ent­spre­chen, da diese Art von Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis – so ganz ohne Papier und recht­li­che Hand­habe – nur sel­ten prak­ti­ziert zu wer­den scheint. Aller­dings kann ich der Unter­su­chung in sehr vie­len ande­ren Punk­ten Überein­stim­mun­gen mit mei­ner Wahr­neh­mung ent­neh­men: Man muss sich das unsi­chere Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis als Hiwi schon leis­ten kön­nen, um die Sache mit zu machen. Wei­ter­hin zeigt die Stu­die die Arbeits­be­din­gun­gen von Hiwis auf, die nicht immer unpro­ble­ma­tisch sind. Sehr informativ!

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