Die­ser Ein­trag hätte auch alles will online hei­ßen kön­nen. Wäh­rend sich die Jour­na­lis­tIn­nen über die Ein­stel­lung des Brock­haus in gedruck­ter Form auf­re­gen*, habe ich meine Bestim­mung und Ideal-Arbeitsumfeld gefun­den: In den hei­li­gen Hal­len der Bri­tish Library zum Bei­spiel: FAZDop­pel­tes Ori­gi­nal alter Schätze

Die Bri­tish Library gehört zu den größ­ten und berühm­tes­ten Biblio­the­ken der Welt. Sie kann sich mit Namen ihrer Benut­zer schmü­cken, Marx und Lenin etwa oder Charles Dickens und Vir­gi­nia Woolf. Seit 1911 muss von allen in Groß­bri­tan­nien ver­öf­fent­lich­ten Büchern ein Exem­plar an die Biblio­thek gehen. Hun­dert­tau­send Bücher vor allem aus dem 19. Jahr­hun­dert sol­len in einem ers­ten Schritt in den nächs­ten zwei Jah­ren in einer Online-Bibliothek abge­legt und damit für jeder­mann zugäng­lich wer­den. Das sind unglaub­li­che 25 Mil­lio­nen Seiten.

[…] Im Digi­ta­li­sie­rungs­stu­dio ste­hen fünf Scan­ner – vier Buch­scan­ner und ein soge­nann­ter Ober­lichtscan­ner. Zwei wei­tere Scan­ner kom­men dem­nächst noch hinzu. Gear­bei­tet wird in zwei Schich­ten, jeweils mit sechs Leu­ten. Die Mit­ar­bei­ter kom­men nicht aus der Biblio­thek selbst, son­dern aus Ham­burg. Sie gehö­ren zu einem klei­nen Soft­ware­un­ter­neh­men, des­sen Namen schon wie Glo­ba­li­sie­rung klingt: Con­tent Con­ver­sion Spe­cia­lists (CCS). Den Zuschlag für die Arbei­ten in der Bri­tish Library bekam CCS im Som­mer die­ses Jah­res. Es ist ein Mil­lio­nen­auf­trag. In einem Pilot­pro­jekt hat­ten die Ham­bur­ger zuvor nach­ge­wie­sen, dass eine Mil­lion Buch­sei­ten in drei Mona­ten digi­ta­li­siert wer­den kön­nen, und zwar in der erfor­der­li­chen hohen Qua­li­tät, die das Ori­gi­nal wirk­lich erset­zen kann.

Yum­mie!

Nun heißt Digi­ta­li­sie­rung in die­sem Fall nicht ein­fach nur Ein­scan­nen, um so die Bücher, deren Zeit end­lich ist, für einen denk­bar lan­gen Zeit­raum elek­tro­nisch zu bewah­ren und künf­tig am Com­pu­ter zu lesen. Das Ori­gi­nal muss auch in sei­ner digi­ta­li­sier­ten Form als biblio­phile Kost­bar­keit erleb­bar sein – bis hin zur Papier­qua­li­tät, aber auch den klei­nen Feh­lern, der Far­big­keit und den Fein­hei­ten der Illus­tra­tio­nen oder den Buch­sta­ben, die auf der Rück­seite durch­schei­nen. Zugleich geht es darum, die Schätze bes­ser und schnel­ler zugäng­lich zu machen, etwa durch Themen‑ und Stichwortsuche.

Oh ja, das ist das Para­dies, Arka­dien für die Amy. :) Naja, die beim CCS suchen zwar Leute, ist aber nicht direkt mein Anfor­de­rungs­pro­fil. Aller­dings haben sie auch ein Blog, dass direkt in mei­nen RSS-Reader und die Blo­grolle gewan­dert ist. :)

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* Spree­blick hat eine aus­führ­li­che Blog­schau, Robert Basic sieht die Vor­teile und Net­bib findet—wie ich auch—die neue Kon­kur­renz­si­tua­tion mit der Wiki­pe­dia auf glei­cher, online, Augen­höhe am spannendsten.

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