kommt sowas her­aus: Golem — For­scher for­dern Ver­falls­da­tum für Web­brow­ser. Firefox‑, Opera‑ und Safari-Nutzer set­zen meist aktu­elle Brow­ser­ver­sio­nen ein.

Ges­tern hatte ich mit Mar­tin eine recht ähnli­che Dis­kus­sion. Ergeb­nis: Er sieht die Softwaredesigner/-produzenten in der Pflicht, die Dinge des täg­li­chen PC-Bedarfs so zu gestal­ten, dass sie Durch­schnitt­s­u­ser pro­blem­los nut­zen kön­nen. Wir ken­nen den Groß­mut­ter­test und das Mama-Argument.

Ich sage: Com­pu­ter­nut­ze­rIn­nen ste­hen gleich­zei­tig (nicht statt­des­sen!) in der Ver­ant­wor­tung, sich zu infor­mie­ren und adäquat mit der Tech­nik umzu­ge­hen. Nicht jeder braucht ein Blog, aber jedeR sollte wis­sen, was das BCC:-Feld im Mail­cli­ent bedeu­tet und wie es zu ver­wen­den ist. Das Beherr­schen von Grund­tech­ni­ken sollte mit Hin­ter­grund­wis­sen gepaart sein. Dann braucht es auch nicht so bevor­mun­dende Lösun­gen wie das Ver­falls­da­tum für Browser.

Aber genau an der Stell­schraube Alter­na­ti­ven liegt das Pro­blem: Alles, was nicht out-of-the-Box funk­tio­niert, alles was nicht mit dem Com­pu­ter mit­ge­lie­fert wird, alles, was Alter­na­ti­ven dar­stellt, die erst recher­chiert, her­un­ter­ge­la­den und instal­liert wer­den müs­sen, die mini­mal anders funk­tio­nie­ren, als die gewohnte Klick­rei­hen­folge zulässt, liegt weit hin­ter dem Hori­zont, außer­halb des Sicht­be­rei­ches ganz ganz ganz vie­ler Com­pu­ter­nut­ze­rIn­nen. Ich hab an ver­schie­de­nen uni­ver­si­tä­ren Insti­tu­ten gear­bei­tet, da wäre ich heil froh gewe­sen, hät­ten sich einige der Mit­ar­bei­ter mit der Schreib­ma­schine begnügt. Haben sie aber nicht. Die schöne neue Inter­welt weckt Begehrlichkeiten.

An die­ser Stelle kann ich mal meine unge­heure Bewun­de­rung für die Human Inter­face Design-Abteilung von Google zum Aus­druck brin­gen! Wie schwer es diese Leute haben, für Du und ich ver­nünf­tige GUIs zu ent­wi­ckeln, wie ver­bis­sen sie aber den­noch um eine per­fekte user expe­ri­ence kämp­fen, das ist in die­sem Fall wahr­schein­lich mono­pol­be­grün­dend. Das Human-Computer Inter­ac­tion Semi­nar der Stan­ford Uni­ver­sity zeigt in einer Prä­sen­ta­tion von Google-Mitarbeiter Adam Bar­ker in aller Aus­führ­lich­keit, was ich meine. (iTunesU-Link)

Eben weil der Mensch seit Jahr­mil­lio­nen ein Gewohn­heits­tier ist (nicht erst seit default 2.0) hab ich Angst vor Mono­po­len beson­ders in die­sem Bereich. Weil viele nur so weit gucken kön­nen, wie der vor­ein­ge­rich­tete Medion-Rechner reicht und das wird dann zur Gefahr. Wenn sie Word­do­ku­mente mit Makro­vi­ren ver­schi­cken, zum Bei­spiel. Oder mei­nen USB-Stick mit Kil­ler­vi­ren kil­len. Oder an alle Emp­fän­ger einer Nach­richt eine Ant­wort sen­den, mit dem Anhang:

Ich im Bikini – Sommerurlaub2008.ppt

Alles schon dagewesen.

All­zu­weit ist es also noch nicht her, mit der Demo­kra­ti­sie­rung von Wis­sen und Wis­sens­zu­gän­gen, woran sicher auch die Soft­ware­ent­wick­ler, Desi­gner und die Gemüt­lich­keit von Mono­po­len einen Anteil hat.

Verwandte Artikel

Post a comment

RSS Feed Amy Welt Amy @ Twitter Amy @ tumblr