Der Tra­gö­die zwei­ter Teil: Wir erin­nern uns. Genau vor einer Woche hat mich mein Webspace/ISP im Stich gelas­sen. Ich war gerade dabei, einen Blog­post zum Thema Nischen­blogs „Ent­wick­lung und Nach­hal­tig­keit“ ins Admin-Interface von Word­Press zu tip­pen, als—ohne erkenn­ba­ren Grund (nach 3stündiger Blogaktion)—der Spei­chern bzw. Publish-Button ver­sagte und mein Post ins digi­tale Nir­vana ent­schwand und nie in der MySQL-Datenbank ankam. Super ärger­lich. Super super ärger­lich. Über ärgerlich.

Der Grund war—wie ich spä­ter herausfand—ein über­füll­ter Webs­pace, über den ich nie benach­rich­tigt wurde und der so auch trotz stän­di­ger Cyberduck-Kontrolle nicht sicht­bar war.

Reak­tion: Webspace-Upgrade, Behe­bung der Pro­bleme in der Daten­bank. Folge: Nach Fri­cke­lei und eini­gen Tagen der erzwun­gen Ver­öf­fent­li­chungs­pause ist alles wie­der online und funk­ti­ons­tüch­tig. Nach­dem ich mich vom Schock über so viel ver­lo­rene Arbeits­zeit erholt hatte, habe ich mich sofort ecto zuge­wandt. Nie wie­der Blog­bei­träge ver­lie­ren, dachte ich. Nie wie­der auf­grund von Ser­ver­tech­nik­ver­sa­gen ohne Ergeb­nis gear­bei­tet haben—das war das Ziel.

Am 1. Juli gin­gen dann die in ecto gesam­mel­ten Posts ins Blog über, alles funzte wie­der. Nach dem Dau­er­test wusste ich noch nicht so rich­tig, was ich von ecto zu hal­ten hatte, in Gedan­ken war ein Review geplant. Das Pro­gramm hat seine Schwä­chen, aber die Stär­ken und Vorteile—vor allem bei län­ge­ren Beiträgen—überwiegen doch beträcht­lich die klei­nen Schön­heits­feh­ler, die es noch gibt. So dachte ich vor­ges­tern noch.

Ges­tern dann der Ver­such, einen umfang­rei­chen Blog­post, der schon län­ger in Plau­nung ist, umzu­set­zen: Es soll um Blog-Anfänger-Tipps gehen, genauer um Dinge, die ich anders machen/beachten würde, wenn ich heute noch mal ein Blog oder die­ses kon­krete Blog star­ten würde.

Aus dem Ver­such wird ein fünf­stün­di­ger Mara­thon, am Ende steht ein fina­ler Ent­wurf, der nur noch ein­mal bei Tages­licht kor­rek­tur­ge­le­sen und mit wei­ter­füh­ren­den Links ver­se­hen wer­den muss. Das soll erst mal einen Tag abruhen.

Heute: Ich will den Bei­trag fer­tig machen. Öffne ecto, kli­cke in die Bei­trags­liste, und –

AAAAAAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRGGGGGGGGGGGHHHHHHHHH

der Titel ist vor­han­den, das Bei­trags­fens­ter ist LEEEEEEEEEEEEEEEEEEER. Ohne Daten. Nada. Null. Nix da zum Auf­hüb­schen, nix da zum Lesen.

Ich beiße ins Mac­Book, bekomme Anfälle, werde wutig.

Woooosa.

Ich kon­sul­tiere das ecto-Support-Forum. Es gibt zwei Sze­na­rien, die Ansatz­weise auf meine Situa­tion pas­sen. Ich sehe unter

~/Library/Application Support/ecto3/

nach—nichts als das leere Doku­ment. Großartig.

Zu den Daten: Genutzt wird

Mac OS X.5.4

ecto 3.0b47 ohne Schnick­schnack, Skripte, Plugins –

Auto­ma­ti­sches Spei­chern alle 2 Minu­ten ist aktiviert

Word­Press wird in aktu­el­ler Ver­sion 2.5.1 verwendet

Ich hatte NICHT den Veröffentlichen-Button gedrückt und der mit dem Titel abge­spei­cherte Zeits­tem­pel stimmt auch.

"Nur" der Text fehlt.

die Beitragsliste

Sollte sich nicht her­aus­stel­len, dass ich irgend­eine Blöd­heit began­gen habe und das Pro­gramm falsch bedient oder so – dann hat sich ecto für micht jetzt defi­ni­tiv ins Aus geschos­sen. Man made disas­ter möchte ich in die­sem Fall abso­lut nicht aus­schlie­ßen, meis­ten sitzt die Feh­ler­ur­sa­che ja 30cm vor dem Display.

Es bleibt dann wohl (für mich) bei dem bewähr­ten Ein­satz von Text­Edit zur Vor­be­rei­tung län­ge­rer Bei­träge. Obwohl ich schon zuge­ben muss, dass ecto sehr prak­tisch ist, was das off­line Blog­gen angeht. Ist halt ein Spezialprogramm.

Es gibt so Momente, da wün­sche ich mich ins Schreib­ma­schi­nen­zeit­al­ter zurück. Ganz ehr­lich. Da ima­gi­niere ich, wie ein­fach die Welt ohne Inter­net wäre, wie­viel frus­tra­ti­ons­är­mer, wie viel weni­ger Herz­in­farkt gefähr­det der Mensch wäre. Schreib­ma­schi­nen waren weni­ger User-bedroht als Lap­tops, da bin ich mir sicher.

Täg­li­cher Online-Terror, die Ver­su­chung, aktu­elle Ideen sofort zu ver­öf­fent­li­chen. Wie­viel mehr echte, sinn­volle und zugleich wirk­lich soziale Frei­zeit­ge­stal­tung würde es geben, ohne das Internet?!

Ja, es gibt so Momente, da wün­sche ich mir Herr­schaft der Schreib­ma­schine über das zu Schrei­bende zurück. Und dann blogge ich den Frust und freue mich, ein ech­tes Pri­vi­leg zu genießen.

Verwandte Artikel

[…] Amys Welt Nichts von Wert ist jemals ein­fach. « Wer braucht schon das Inter­net?! Ich will zurück an die Schreib­ma­schine, bitte! […]

[…] mir ecto dann auch in kri­ti­scher Situa­tion einen gan­zen Blog­post, der bereits ver­öf­fent­li­chungs­fer­tig war, auf­ge­fres­sen hat, zögere ich natürlich […]

[…] prompt auch wäh­rend des Upload­vor­gangs bei insta­bi­ler Inter­net­ver­bin­dung auf­ge­fres­sen wurde. Mein Glück was das angeht, kennt keine […]

[…] Auf Schreib­ma­schi­nen stehe ich ja sowieso: Wer braucht schon das Inter­net?! Ich will zurück an die Schreib­ma­schine, bitte! […]

[…] den Blog­frust, den das online Gesche­hen & Par­ti­zi­pie­ren so mit sich bringt, zu ver­ar­bei­ten und um Abstand zu gewin­nen, habe ich mir einige Tage ein ech­tes Sozi­al­le­ben mit […]

Post a comment

RSS Feed Amy Welt Amy @ Twitter Amy @ tumblr