Apple Temptation alternate by Lawrence OP

Wir mer­ken es im Bekann­ten­kreis und unter den Lesern: Das Wech­sel­fie­ber ist aus­ge­bro­chen, App­les Mac wird immer popu­lä­rer. Die sub­jek­tive Beob­ach­tung deckt sich mit sämt­li­chen Stu­dien aller gro­ßen IT-Forschungsinstitute: Der Markt­an­teil der Apple-Rechner liegt zwar noch bei weni­ger als zehn Pro­zent, wächst aber seit zwei Jah­ren rasant, wäh­rend die ver­schie­de­nen Windows-Varianten lang­sam und kon­ti­nu­ier­lich ver­lie­ren. In Ame­rika ist jeder zweite PC über 1000 Dol­lar, den der ame­ri­ka­ni­sche Ein­zel­han­del an Pri­vat­kun­den ver­kauft, ein Mac. Und Apple ist in der dritt­größte Com­pu­ter­her­stel­ler nach Hewlett-Packard und Dell, in der Welt liegt das Unter­neh­men auf Platz 6. Irgend­was ist also dran an der Begeis­te­rung für die Pro­dukte aus dem kali­for­ni­schen Cupertino.

Apple: Beiß doch mal in die­sen Apfel – Com­pu­ter & Inter­net – Com­pu­ter & Tech­nik – FAZ​.NET.

Hmmm, schön dass immer mehr Leute freund­li­che Com­pu­ter zu schät­zen wis­sen, nach­dem sie Jahre lang von ihren Win­dows­ma­schi­nen als Skla­ven unter­drückt und als c:\format-Re-Installer miss­braucht wurden.

Aller­dings fällt diese Mel­dung direkt in eine Zeit, in der ich immer weni­ger zufrie­den bin, mit mei­nem Mac.

Auf die Gefahr hin, mich als rück­stän­dige Nost­al­gi­ke­rin und change-Geg­ne­rin zu outen1: Keine Frage, der Leo­pard ist ein fei­nes Betriebs­sys­tem aber –

  • unter Pan­ther gab es weni­ger Abstürze, Emp­find­lich­kei­ten und IMHO sta­bi­le­res Arbei­ten als unter Tiger/Leopard
  • unter Leo­pard gibt es defi­ni­tiv mehr Netz­werk­pro­bleme als vorher
  • frü­her waren Macs nach­hal­ti­ger und
  • bes­ser ver­ar­bei­tet: Nach weni­ger als 6 Mona­ten hat auch bei mei­nem Mac­book der Ver­ar­bei­tungs­feh­ler­teu­fel zuge­schla­gen, mitt­ler­weile sind beide Han­dab­la­ge­flä­chen an den Kan­ten aufgesplittert.
  • iBooks hat­ten abge­run­dete Kanten
  • iBooks/kleine Power­Books waren hand­li­cher und stabiler

Nach so viel Kri­tik muss ich noch mal beto­nen: Ja, der Mac is immer noch meine bevor­zugte Platt­form. Kein ande­res Sys­tem ist für mich so out-of-the-box ein­satz­be­reit, freund­lich, sta­bil, und bie­tet gleich­zei­tig opti­male Unter­stüt­zung für die Dinge, die ich zu rea­li­sie­ren habe.

Für das Mac OS Ⅹ gibt es ganz wun­der­volle OpenSource‑ und Share­ware­pro­gramme, man könnte den gan­zen Tag shop­pen und aus­pro­bie­ren und die meis­ten Shareware-Anwendungen sind wirk­lich mit einer Liebe pro­gram­miert und gestal­tet, dass einem das Herz­chen auf­geht. Der Mac bie­tet mei­ner beschei­de­nen Mei­nung nach immer noch die am intui­tivs­ten zu bedie­nende Soft­ware, wobei für den Heim­an­wen­der fast alles mit­ge­lie­fert wird, was man benö­tigt um Heim­an­wen­der­be­dürf­nisse zu befriedigen—und einige Fea­tures mehr, die man so gar nicht erwar­ten würde.

Trotz­dem muss ich leider—auch aus dem Freundes‑ und Bekanntenkreis—berichten, dass das mehr an Käu­fer­in­ter­esse zu Las­ten der Qua­li­tät ging: Den Ver­lust an Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät vom iBook zum Mac­Book nehme ich Apple übel—auch wenn es a) momen­tan keine wirk­li­che Alter­na­tive für mich zum Mac­Book gibt und b) mein nächs­ter Rech­ner mit hoher Wahr­schein­lich­keit auch wie­der aus dem Hause Apple kom­men wird.

PS: Auf das Damm­bruch­ar­gu­ment „Mehr Nut­zer, mehr Schad­soft­ware“ will ich mich (noch) nicht ein­las­sen: Da will ich erst­mal die Ent­wick­lun­gen abwar­ten. Bis­her hat sich OS Ⅹ als recht siche­res und sta­bi­les Sys­tem erwie­sen, dass ent­spre­chen­den Pro­gram­mie­rern wohl wenig Anreize zum Los­las­sen von Schad­soft­ware gege­ben hat.

Nach­trag, 20.08.2008:

Wie es aus­sieht, wird auch abseits vom MobileMe-Desaster das Apple Qua­li­täts­pro­blem wahr­ge­nom­men: Web­Wor­ker­Daily—Apple’s Image May Be Cracking

_____________________________________

  1. Steve Jobs ist ja nun auch nicht unbe­dingt ein Wand­lungs­künst­ler: siehe MacEs­sen­ti­als

Verwandte Artikel

Was die Han­dab­la­ge­flä­che des Mac­Book betrifft: Bei Apple anru­fen, beschweren/weinen und einen gra­tis Aus­tausch bekommen.

Damit es dann län­ger hält, ein­fach den Magnet­ver­schluss nicht so schnell/brutal zuschnap­pen las­sen. (Dau­men dazwi­schen klem­men und lang­sam rausziehen.)

Ich denke, die­ses Lang­zeit­pro­blem ist eines was Apple so ein­fach nicht vor­her­ge­se­hen konn­ten, als sie die Hand­ball­auf­la­gen designt haben. Dar­über hin­aus, die MBs sind heut­zu­tage wesent­lich güns­ti­ger als die iBooks frü­her und es kommt auch bald einen neue MB-Serie aus Alu. :-) )

Zu Leo­pard, mit jedem Update wird’s bes­ser. ;-) Man darf auch nicht ver­ges­sen, dass z.B. Tiger jetzt schon sehr lange rei­fen konnte und am Anfang auch nicht die Per­fek­tion hatte. Trotz­dem es ist immer noch Raum für viel Ver­bes­se­rung. Auch hier ist etwas in Sicht: Snow-Leopard! :-D (Der soll dann auch nicht soviel kos­ten wie Leo­pard. Man mun­kelt was von ca. 30$)

Trotz aller kleine Weh­weh­chen, Mac ist klasse und ich würde mir die Windows-Maken (Vista, XP, etc. ist egal) nicht mehr antun wol­len! B‑)

dito – ich stimme im Gro­ßen und Gan­zen zu!

Das Pro­blem mit dem Aus­tausch ist: Ich arbeite mit dem MB (ja, täg­lich) und habe kei­nen Ersatz­rech­ner, arme Stu­den­tin halt. Ich muss also eine Zeit abwar­ten, wo ich mal weni­ger zu tun habe und nicht täg­lich drauf ange­wie­sen bin—um die Aus­tausch­mög­lich­keit weiß ich wohl, nur kann ich das Book momen­tan lei­der nicht entbehren.

Danke auch für den Hin­weis mit dem Zuklappen—ich hate auch schon sowas wie ein Deck­chen, Fleece oder so über­legt, dass man im zuge­klapp­ten Zustand zwi­schen Moni­tor und Tastatur/Handauflage packt, mit so einer Abde­ckung wird es ja auch geliefert.

Die neue MB-Serie ist—zumindest für mich—keine Option bzw. kein wirk­li­cher Trost, weil ich lange arbei­ten musste, um mir nach einem Jahr ohne Arbeits­rech­ner das MB leis­ten zu kön­nen. Das muss jetzt noch min­des­tens 2.5 Jahre durch­hal­ten. Mir per­sön­lich wäre es lieber—auch wenn das wohl so eine psy­cho­lo­gisch wich­tige Zahl fürs Mar­ke­ting ist—das MB würde 100⁄200 Euro mehr kos­ten und mir dafür sol­che „Män­gel“ erspa­ren. Denn IMHO: Wer 1000 Euro für das kleine Mac­Book gespart/ausgegeben hat, für den sind zusätz­li­che 100 Euro nicht das ent­schei­dende Kaufhindernis.

Das Snow-Leopard Update werde ich wohl nur dann mit­ma­chen, wenn es signi­fi­kant was für die Per­for­mance bringt, so wie damals der Wech­sel von Jaguar auf Pan­ther. Das Mac­Book rödelt so schon manch­mal und da muss ich nicht mehr Leis­tung fürs Betriebs­sys­tem zie­hen als not­wen­dig. Aller­dings muss ich Dir recht geben was Leo­pard angeht ist es deut­lich ange­neh­mer als Tiger (zumin­dest für mich).

Win­dows: Ja keine Frage, das kommt mir nicht ins Haus! Wie gesagt, meine Kri­tik ist doch eher Jam­mern auf hohem Niveau. :) Trotz­dem: Apple sollte seine Qua­li­täts­kon­trol­len ver­bes­sern und nicht so ein­fach Unaus­ge­reif­tes auf die Mas­sen los­las­sen. Denn die Masse kauft. ;)

Post a comment

RSS Feed Amy Welt Amy @ Twitter Amy @ tumblr