Wie gut das ich ein Blog habe, es ist so viel günstiger als ein Therapeut oder Psychiater.

Gerade war ich fast fertig. Fast. Fertig damit, einen abgeschlossenen Post in eine der RESET-Gruppen einzutragen. Ja RESET, die die mich fürs Welt retten und Bloggen bezahlen, u.a. Ich hatte also für etwa 60 Minuten einen Eintrag in das Drupal-Formular gekloppt.

Was ich nicht gemacht habe: Den Eintrag in den Texteditor getippt, zwischendurch immer mal wieder abgespeichert. Und am Ende ins Formular übertragen.

Was passiert ist? Aus unerfindlichen Gründen ist der Beitrag verschwunden. Ich drücke mich absichtlich so vorsichtig aus, denn ich kann mich nicht erinnern, aus Versehen den Tab oder das Programm geschlossen zu haben. Oder das Formular gelöscht, oder den Reload-Button gedrückt. Nix dergleichen. Und trotzdem waren die Daten weg.

Panisch habe ich unter „Kürzlich geschlossene Tabs“ nachgesehen: Der Klick auf den Tab bringt die Inhalte meistens zurück. Aber der Tab, in dem ich geschrieben hatte, war da nicht. Warum auch, ich hab ja nix geschlossen. GRRRRRRRRRR. HASS.

Das passiert mir nicht das erste mal, weshalb ich mich natürlich doppelt ärgere. Ich lerne nicht aus meinen Fehlern, denn sonst hätte ich ja wohl den Editor zwischen Schreibvorgang, Datenverlust und Veröffentlichung geschaltet. Ich will Auto-Save-Funktionen für Drupal. Bitte.

Während ich mich also schwarz ärgere, wandern meine Augen auf den Big Contrarian Blog. Das Theme weckt Begehrlichkeiten. Schlimm ich bin, ich weiß.

Allerdings, ganz emanzipiert und Freud, habe ich mittlerweile den Kern meines Theme-Dilemmas ergründet: Im Grunde ist es eine Identitätsproblematik wie aus dem Lehrbuch. Amys Welt, also das Blog, ist eher ein persönliches Tagebuch denn eine Datenschleuder für hochwertige Tipps, Links und Inhalte, die man einem Über-Thema unterordnen könnte. Das Blog ist vielfältig, enthält meinen Senf zu Fundstücken, Stilblüten und Kommentare zu dem was mich gerade beschäftigt. Es geht also eher um Momentaufnahmen, als um feste Themen.

Mich sprechen nun aber zwei Arten von Themes an: Die Cleanen, Direkten, Übersichtlichen ohne Schnickschnack. Und die Persönlichen, die Gestaltkunst entlang der Inhalte präsentieren, die mit ganz viel Schnickschnack, eigener Note, allem drumherum.

Das Identitätsproblem ist also ein Akzeptanzproblem: Ich bin nicht in der Lage, mich für ein Theme zu entscheiden, weil ich innerlich nicht akzeptiert habe, das dieses Blog nicht beides sein kann: Sachlich, fokussiert, inhaltlich gewichtig und gleichzeitig persönliche Gedankendokumentationsstelle. Für andere Leute mag das vereinbar sein, für mich nicht so ganz.

Liebe Amy, bitte akzeptiere doch endlich, dass wir hier persönlich bloggen. Und persönlich bloggen heißt auch persönlich anziehen. Daher hier ein Outfit für das Blog, das eher zu mir passt als zu den Inhalten. Jawohl.

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