Bibliophiler Fragebogen oder Fragebogen für Bibliophile?
1. Auf welche Art und Weise hast du deine/n Lieblingsautoren/in gefunden oder er/sie dich?
Die Klassiker & die Realisten habe ich meistens in der Schule aufgelesen (Goethe, Shakespeare & Co.), Patricia Cornwells & Kathy Reichs erste Werke von meiner Mutter mitbekommen und Bill Bryson habe ich über einen Kolumnenband zum Thema USA kennengelernt. Die konventionellen Wege also.
Außerdem lese ich häufig, von Kinofilmen inspiriert, die Buchvorlagen und komme dann zu ganz hinreißenden Werken.
2. Welches Buch hat dir das schönste Leseerlebnis geschenkt und welches das unangenehmste?
Das unangenehmste Leseerlebnis ist sehr einfach, weil immer noch wie heute im Gedächtnis: 1984 von George Orwell. Zweiter Platz: American Psycho von Bret Easton Ellis. Beides mal sind es die Ratten-Szenen, bei denen ich halb über der Kloschüssel endete. Die Bronze Medaille geht an Das Parfüm von Patrick Süskind. Die Bücher sind ganz großes Kino—Kopfkino, umgenau zu sein, und da liegt dann mein Problem: Die zu bildhaft-reale Phantasie.
Das schönste Leseerlebnis ist nicht einfach, zu viele schöne Bücher gibt es auf der Welt. Sehr kitschig, aber die Irland Trilogie von Nora Roberts war kitschig genug um Irland in allen Farben auf ewig für mich zu idealisieren. Eines der schönsten war auf jeden Fall: Die große Käseverschwörung von Jean Van Leeuwen—Raymond, Marvin & Fatty Zündhütchen waren damals, was Bill Bryson heute ist.
3. Von welchem Buch glaubst du, dass du es immer wieder lesen könntest, ohne dass es dir langweilig wird?
Goethes Faust.
4. Von welchem Buch meinst Du, dass du es einmal gelesen haben solltest, hast es aber noch nicht geschafft?
Harper Lee – To Kill A Mockingbird.
5. Welches Buch sollte deiner Meinung nach auf jeden Fall in der Schule gelesen werden? Und welches Buch würdest du jedem Erwachsenen ans Herz legen, unabhängig von seinem Lesegeschmack und seinen Lesegewohnheiten?
Für die Schule: Die Klassiker, in fachkundiger Begleitung—da bin ich schwer konservativ. Ebenso: Klaus Manns Mephisto.
Buchempfehlung … schwierigst, wahrscheinlich einen Band von Bill Bryson oder Molières Amphitryon. Beide weil witzig.
6. Welches Buch müsste jemand in der Straßenbahn lesen, damit du verleitet wärst, die‑ oder denjenigen anzusprechen?
Ich spreche keine Fremden an, solange keine Lebensgefahr besteht. Aber Straßenbahnfahren mag ich.
7. Welches Buch hat dir beim Durchleben einer schwierigen Situation einmal geholfen?
The Body Farm – Patricia Cornwell. Schlimmer Sommer, gute Ablenkung. Ebenso: O.g. Die große Käseverschwörung.
8. Wie muss ein Buch aussehen, um dir im Bücherregal Freude zu bereiten?
Typographie – feiner, gekonnter Drucksatz genügt. Nicht-weißes Papier ist ein Augenschmaus. Obwohl: Ein lustiges/spannendes/deskriptives … Cover ist auch nicht schlecht. Achso: Gelesen sollte es sein. Von mir.
9. Auf welches Buch in deinem Besitz bist du wirklich stolz?
Ein Klassiker in seinem Feld: Jürgen Thorwalds alias Heinz Bongartz‘ Das Jahrhundert der Chirurgen.
10. Welches Buch würdest du lesen, wenn du wüsstest, dass es deine letzte Lektüre wäre?
Eins von Bill Bryson.
[via Anke Gröner]
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