Wis­sen­schafts­blog­ger Georg Hoff­mann hockt in der Ant­ark­tis, bloggt auf Pri­ma­klima u.a. wun­der­bar den Kli­ma­wan­del und ist knapp an mei­ner ‚treff­si­che­ren‘ Stu­di­en­the­men­wahl vor­bei­ge­schrammt: Zwar hat Herr Hoff­man an der RUB (rich­tige Uni!) stu­diert, lei­der aber das ‚fal­sche‘ Fach erwählt – ich wählte u.a. Sozi­al­psy­cho­lo­gie & -anthro­poo­gie –, was er im Novem­ber direkt zwei­mal schmerz­lich feststellte:

Mein däni­scher Dok­to­rant hat mir net­ter­weise fol­gen­des Paper zukom­men lassen:

Play­boy Play­mate Cur­ves: Chan­ges in Facial and Body Fea­ture Pre­fe­ren­ces Across Social and Eco­no­mic Con­di­ti­ons“ von Terry F. Pet­ti­john, Ⅱ und Brian J. Jun­ge­berg, ver­öf­fent­licht im tat­säch­lich exis­tie­ren­den „Per­so­na­lity and Social Psy­cho­logy Bul­le­tin„.

Die Haupt­these des Papers ist ein Zusam­men­hang zwi­schen Ökono­mie und bestimm­ten kör­per­li­chen Merk­ma­len bei weib­li­chen Schön­heits­idea­len, hier im Spe­zi­el­len Play­boy Playmates.

[…]

Mal abge­se­hen von den selbst­ver­ständ­lich gar nicht genug zu prei­sen­den Meri­ten die­ser Arbeit, frag ich mich doch, wie eigent­lich der Arbeits­all­tag von Pet­ti­john und Jun­ge­berg aus­sieht? Ich meine, unser­eins rech­net und steigt auf Glet­scher und sitzt bei –30° in der Ant­ark­tis fest. Und die beiden?

Ich werde jetzt erst­mal ver­su­chen, mich aus der Sinn­krise zu befreien und mich von der Wahl­nacht zu erholen

Doch das Fal­sche stu­diert? Play­mate Cur­ves und die Sub­pri­mes. | Pri­ma­klima | Sci​ence​B​logs​.de – Wis­sen­schaft, Kul­tur, Poli­tik.

Dies­mal gehen die Auto­ren Mil­ler, Tybur und Jor­dan, noch einen Schritt wei­ter, näm­lich in die Pra­xis. In sicher müh­se­li­gen und sowohl kör­per­lich als auch finan­zi­ell auf­wen­di­gen Stu­dien ver­such­ten die Auto­ren her­aus­zu­be­kom­men, ob Frauen Män­nern tat­säch­lich um die Zeit des Eisprungs herum attrak­ti­ver erscheinen. 18 Lap Dan­cer und nicht Lab Dan­cer (dank an Ulrich) wur­den befragt (Eisprung, Mens­trua­tion, Trink­geld) und sta­tis­tisch aus­ge­wer­tet. Der peku­niäre Unter­schied ist brutal.

Doch das Fal­sche stu­diert? Teil Ⅱ: Das Trink­geld der Lap Dan­cer und der Homo Sapi­ens des Pleis­to­zän. | Pri­ma­klima | Sci​ence​B​logs​.de – Wis­sen­schaft, Kul­tur, Poli­tik.

Nun muss der Herr Hoff­mann nicht trau­rig sein, hat er doch aus mei­ner ein­ge­schränk­ten Per­spek­tive die höchs­ten wis­sen­schaft­li­chen Gip­fel erklom­men, nament­lich die der (theo­re­ti­schen) Phy­sik (!!!), dem ein­zi­gen Fach, wel­ches ich in der Schule bestän­dig nicht bestan­den habe, jawohl. Außer­dem ist sein For­schungs­ge­gen­stand welt­weit, ins­be­son­dere in der Ant­ark­tis zu beobachten—wie groß­ar­tig ist das denn?!

Fik­ti­ves Sze­na­rio: Auf einem Klassentreffen

Ehe­ma­li­ger Mit­schü­ler: Und wo hast Du denn so die letz­ten Jahre verbracht?

Herr Hoff­mann: Bei den Pinguinen.

Groß­ar­tig, oder?! Achso: Natür­lich gibt es auch bei den Pin­gui­nen Sozi­al­psy­cho­lo­gie.

Ich für mei­nen Teil bleibe bei SoPsy, Anthro­po­lo­gie und Evo­lu­ti­ons­psy­cho­lo­gie, da gibt

wenige Prä­mis­sen, For­meln & Ein­hei­ten und für mich bleibt alles schön über­sicht­lich. Außer­dem ist die The­men­viel­falt doch überzeugend—siehe oben. Apro­pos: Habe ich eigent­lich dar­auf hin­ge­wie­sen, dass, einen Tag vor mei­nem Geburts­tag, Dar­wins Fun­da­men­tal­o­pus sei­nen Jah­res­tag hatte? Weil nächs­tes Jahr Darwin-Jahr ist—On the Ori­gin of Spe­cies by Means of Natu­ral Selec­tion, or the Pre­ser­va­tion of Favou­red Races in the Struggle for Life fei­ert 150jähriges Jubi­läum, Herr Dar­win wäre gar 200 Jahre alt gewor­den—, hat die FAZ schon mal begon­nen, ein Dos­sier anzu­le­gen und die Süd­deut­sche stellte die neu­este Darwin-Ausstellung in Lon­don vor.

Ich fühle mich das erste mal seit Jah­ren in mei­ner Stu­di­en­wahl bestä­tigt. :) Viel­leicht sollte ich mich weni­ger um Mas­sen­grä­ber, Völ­ker­mord & inter­na­tio­na­les Straf­recht küm­mern und mehr mit der wis­sen­schaft­li­chen Aus­wer­tung von huma­nen Balz­ri­tua­len und Fach­pu­bli­ka­tio­nen für den männ­li­chen Homo sapi­ens sapi­ens? Der Mensch ist mir immer noch das wun­der­lichste Wesen – und dar­auf, also die Wun­der­lich­keit des eige­nen Unter­su­chungs­ge­gen­stan­des, kommt es doch eigent­lich an, oder?!

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