Wie heute aus­führ­lichst geb­loggt, wird die DB keine wei­te­ren Schritte gegen Mar­kus Becke­dahl und Netz​po​li​tik​.org unter­neh­men. Mar­kus hatte schon einen Umzug des Blogs auf einen aus­län­di­schen Ser­ver fürs Wochen­ende vor­be­rei­tet, falls (heute) noch wei­tere Schritte gegen ihn unter­nom­men wor­den wären.

Nach­dem also ein laut­star­ker Ruck durch Medien und Blo­go­sphäre ging und sich aller Orten für Pres­se­frei­heit, freie Mei­nungs­äu­ße­rung im Netz und demo­kra­ti­sche Infor­ma­ti­ons­frei­hei­ten aus­ge­spro­chen wurde, sind nun Glück­wün­sche fürs Durch­hal­ten von Mar­kus Becke­dahl angesagt:

Wider­stand ist zweck­losGanz im Gegen­teil! Die Deut­sche Bahn AG gibt auf und ver­zich­tet auf wei­tere Kon­se­quen­zen gegen mich.

Mathias Schind­ler hat bei der Pres­se­stelle der Deut­schen Bahn AG ange­ru­fen und bestä­tigt es bekom­men, dass es „keine wei­te­ren juris­ti­schen Schritte gegen „die­sen Blog­ger““ geben wird […]

Auf Netz­po­li­tik kann man alles ganz genau nach­le­sen, inkl. Pres­se­spie­gel. Rivva bil­det auch einen Teil der Reak­tio­nen ab & Google News hat die Medien.

Ich befürchte aller­dings, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wann eine ähnli­che Aktion erneut eine empörte Com­mu­nity trifft. Daher sind die Über­le­gun­gen einen geziel­ten Inter­es­sen­ver­band für bür­ger­schaft­li­ches Publi­zie­ren o.ä. zu grün­den umso erns­ter zu neh­men. Denn, wie die taz rich­tig fest­stellt, es geht hier um eine Grundsatzfrage.

Eine ver­söhn­li­che Seite hat die Sache aller­dings, wie bei Futu­re­Zone und im direk­ten Inter­view von Ralf San­der mit Mar­kus Becke­dahl nach­zu­le­sen ist:

Becke­dahl selbst wurde von der Bahn nicht ver­stän­digt. Er will sei­ner­seits von einer Fest­stel­lungs­klage gegen die DB abse­hen und gewinnt der Ange­le­gen­heit sogar posi­tive Sei­ten ab. Der Aus­gang der Aus­ein­an­der­set­zung sei auch ein „schö­nes Zei­chen dafür, wie hoch­gra­dig ver­netzt die sozia­len Medien in Deutsch­land sind.“

Quelle: Deut­sche Bahn gibt gegen Blog­ger klein bei

Sie spre­chen von neuen Publi­ka­ti­ons­for­men. Ist Ihre Aus­ein­an­der­set­zung mit der Bahn ein Zei­chen für eine ver­än­derte Medienlandschaft?
Ich war sehr über­rascht, wie schnell sich meine Mel­dung von der Abmah­nung im Netz ver­brei­tet hat. Das ist ein deut­li­ches Zei­chen, das der Grad der Ver­net­zung der sozia­len Medien in Deutsch­land im Jahr 2009 bes­ser ist als ihr Ruf.
Nach­trag, 08.02.2009: DJV Chef Michael Kon­ken hat sich dazu auch noch ein­mal ein­deu­tig geäu­ßert: Golem— Netz​po​li​tik​.org: Deut­sche Bahn macht einen Rückzieher
Ganz anders der Chef des Deut­schen Jour­na­lis­ten­ver­bands, Michael Kon­ken: „Ange­sichts der immen­sen gesell­schaft­li­chen und poli­ti­schen Bedeu­tung des Daten­skan­dals gehörte das Papier in die Öffent­lich­keit.“Das Unter­neh­men könne nicht damit argu­men­tie­ren, dass Sit­zungs­pro­to­kolle aus Wett­be­werbs­grün­den stets geheim seien. Wenn das Papier in einem engen Zusam­men­hang mit den Bespit­ze­lun­gen bei der Bahn stehe, gebe es sogar ein Recht zum Voll­zi­tat. „Im Zwei­fel hat das Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis der Öffent­lich­keit und damit letzt­lich die Pres­se­frei­heit Vorrang.“

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