OK, Frau Schwarzer – Ikone & Wortführerin der bundesdeutschen Frauenbewegung, dankenswerterweise unwillig, sich apolitisch zu äußern und immer mutig genug, den Mund aufzumachen wenn es um (unangenehme) soziale Identitäten und Realitäten – stellt in einem OpEd-piece (wie heißt es auf Deutsch?) in der ZEIT interessante Fragen zum Amoklauf von Winnenden: Im Inneren des Walfischs

Ich will mich ja eigentlich aus diesen Diskussionen (zu Tragödien wie dieser) heraushalten, weil nach solchen menschlichen Dramen immer dieselben News-Cycle durchlaufen werden und Rezeptionsgier & Voyeurismus des Publikums und Medienmaschine & Schockwirkung Hand in Hand gehen.

Nachdem ich mich einige Jahre mit straffällig gewordenen, sexuell devianten und auch ansonsten von der Mehrheit der Menschen als „unnormal“ gelabelten Mitbürgern dialogisch und diagnostisch beschäftigt habe, glaube ich, ein wenig mit Hintergrundwissen ausgestattet, in den virtuellen Dialog mit Frau Schwarzers Text treten zu können. Außerdem ist meine sehr Gender-orientierte Masterarbeit in der Mache, die sich mit Vergewaltigung im Völkerstrafrecht und der Geschichte derselben befasst. Na wenn das nicht das Zeug zur Abendunterhaltung hat.

Ich möchte mich hier möglichst auf kleinem Raum knapp und keineswegs erschöpfend zu einige Randbemerkungen von Frau Schwarzer äußern. Nur falls jemanden meine Perspektive interessiert.

Mit ihrer im Bauch des Wales-Metapher liegt Frau Schwarzer richtig, allerdings trifft diese nicht nur auf Gewalt gegen Frauen zu. Schlimm genug, dass Frauen in Deutschland immer noch einem erheblichen Maß an struktureller Gewalt ausgesetzt sind – daran ändern auch die ausgeklügelsten Pläne unserer Familienministerin zum Vermehrungsanimations Elterngeld nichts. Wie es wirkt, ist eine ganz andere Sache und nur wenige sind so mutig, darüber zu schreiben.

Wie dem auch sei: Die Wal-Metapher kommt aus der Bibel und die fehlende Perspektive auf das Große Ganze, das Big Picture – dass Cynthia Enloe im Übrigen ganz hinreißend unter dem Titel „What if Patriarchy Is „the Big Picture“?“ in einem Abschlussessay eines Werkes zu Gender & Friedensbemühungen analysiert hat – also, die mangelnde Conclusio im Hinblick auf unsere komplexen sozialen Zusammenhänge ist doch ein Tatbestand für viele gesellschaftliche Konfliktpotentiale – nicht nur für das problematische Geschlechterverhältnis.

Jetzt die Tat eines verzweifelten jungen Menschen, der unzählige Leben durch sein (ja, richtig) Verhalten zur unbedingten Einforderung der nicht-anerkannten, unbestätigten Männlichkeit (oder gar Menschlichkeit?!) zum Exempel zu machen, dass auch in Westeuropa Gewalt gegen Frauen eine gesellschaftlich akzeptierte Tatsache ist, wird weder dem Einzelfall noch der Diskussion (in Deutschland) gerecht. Außerdem könnte man auf diese Art jedes der angeführten 90 % aller „heterosexuellen“ Tötungsdelikte als Exempel statuieren. Die Tragödie wird für die Betroffenen nicht minder schwer zu bewältigen. Wir sollten nicht vergessen, dass es sich bei dem Amoklauf um einen erweiterten Suizid gehandelt hat – und so groß wie die Trauer und Aufarbeitungsnotwendigkeit in den betroffenen Familien und den Gemeinden auch sein mag, ein Suizid, der bei Betroffenen fast immer ein Gefühl der Ohnmacht und Erklärungslosigkeit hinterlässt. Suizid ist ein Gewaltakt gegen sich selbst, aber auch gegen die eigene Gruppe, Familie und Freunde, die u.U. vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Auch dies kann, wie Gewalt im Allgemeinen, als ein Problem der Präventivmedizin gesehen und entsprechend adressiert werden.

Zweitens: Jeder Gewaltakt ist eine Tragödie.

Ich werde an dieser Stelle nicht müde, auf die richtungsweisenden Werke von James Gilligan zu verweisen. Dieser fundiert die vielen richtigen Aussagen Frau Schwarzers zum Konstrukt der Männlichkeit in westlichen Industriegesellschaften, ohne Prof. Pfeiffer zu zitieren und Medienverwahrlosung eine primäre Rolle in der Täterbiographie Tim K.s zuzuordnen.

James Gilligan hat viel zu berichten über westliche Männlichkeitsvorstellungen, warum Gewalt eine „Männerkrankheit“ zu sein scheint, wie man ihrem Ausbruch vorbeugen und ihrer Konsequenzen habhaft werden kann. Denn Frau Schwarzer hat Recht wenn sie viele „normale Familien“ betroffen sieht: Daher ist ein effektives „Anti-Gewalt-Programm“ als eine gesellschaftliche Aufgabe im Sinne der Präventivmedizin besser zu verstehen & deutlich effektiver in der Verminderung von Gewalt, als eine Erhöhung des Etats für Innere Sicherheit, Diskussion um das ein schärferes Waffenverbot oder eine noch stärkere Kontrolle von „Gewaltspielen“. Auch eine noch stärkere Fokussierung von Ressourcen auf eine spezifische Gewaltproblematik (Gewalt gegen Frauen bspw.) würde in diesem Sinne wohl nicht sehr viel weiter führen als eine spezifischen, als grundsätzlich gefährdet eingestufte Zielgruppe, zu erfassen – wenn die Gewalt schon erste Symptome zeigt. Eine „Behandlung“ der Symptome und gesellschaftliche Unterstützung für Opfer ist enorm wichtig für deren Rehabilitation – hilft aber nicht, die grundsätzlichen Ursachen von Gewalt in den Griff zu bekommen. Daher auch ein mehrstufiges Präventionsprinzip, welches zunächst die gesamte Gesellschaft/Population in den Blick nimmt und nicht erst auf den Plan tritt, wenn ein Krankheitsausbruch schon geschehen ist.

Drittens: Sprachspiele und ein bisschen Semantik werden in Amys Welt immer gerne gesehen. Here we go…

Bondage Pornographie hat nichts mit Folter zu tun. Pornographie ist per se keine Gewalt gegen alle Frauen. Das ist sicher eine Perspektive über die man mit Feministinnen & Feministen streiten kann – aber: Ein Bild, welches unter unbekannten Umständen entstanden ist, ist das automatisch Gewalt gegen eine Gruppe weil es einem Genre zugeordnet wurde?  Frau Schwarz schreibt selbst, dass sie nicht genau weiß, um welche Darstellungsformen und Bildformate es sich handelt – wie kann sie da über deren Inhalte urteilen?

Pornographie hat nichts mit Vergewaltigung zu tun – wenn man sich mal auf die spezifischen Diskurse einlässt, ist das eine eine Darstellungs‑ bzw. Kunstform (für die Einen), das andere ein strafrechtlicher Tatbestand und Ausdruck des Geschlechterverhältnisses, ja richtig, seit Jahrtausenden. Das eine kann Kunst sein, das andere Folter. Gibt es hier Schnittstellen? Ja. Geht es im Kommentar von Frau Schwarzer um die denkbaren Parallelen? Nein, höchstwahrscheinlich nicht.

Kann das Vorhandensein pornographischen Materials ein Symptom sein für ein gestörtes Selbstbild und Persönlichkeitsstörungen? Ja. Zur Relativierung zwei Fakten: Die Mehrheit der Heranwachsenden konsumiert früher oder später pornographisches Material1. Die Mehrheit der Menschen wird nicht zum Amokläufer oder Attentäter. Ein ähnliches Verhältnis besteht bei Suizidanten: Viele Menschen, die sich mit Selbsttötungsgedanken tragen, setzen diese glücklicherweise nie in die Tat um, begehen keine Suizidversuche oder vollenden ihre Tat nicht. Gleichzeitig sind nicht alle vollendeten Selbsttötungen auch wirklich intendiert.

Schauen wir mal auf einen anderen Zusammenhang: Fast Food ist schlecht für den Körper. Viele Menschen ernähren sich häufig von Fast Food. Viele von diesen Menschen entwickeln im Laufe ihres Lebens „Zivilisationskrankheiten“ wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, etc. Aber: Auch Menschen die gar kein oder kaum Fast Food essen, nicht Rauchen, keinen Alkohol trinken und auch sonst gesund leben, können Gewichtsprobleme, Zivilisationskrankheiten usw. entwickeln.

Unterkomplexe Erklärungsversuche taugen wenig für multi-kausale hoch-komplexe soziale Zusammenhänge. Ihr wisst, was ich meine.

Viertens: Wahrscheinlich hat daher auch das pornographische Material auf dem Computer des Täter kaum Verfahrensrelevanz für die Behörden – weil eben, selbst bei den “ganz Bösen“ Pädophilen, noch kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Konsum des Bildmaterials und folgenden Gewalt‑ und Strafakten nachzuweisen ist.

Fünftens: Recht haben & Recht bekommen sind zwei paar Schuhe – der Systemkonflikt.

Frau Schwarzer hat ja Recht, wenn sie schreibt, dass es bezeichnend ist, wenn elf von zwölf Opfern weiblich sind und niemand darüber spricht. Es sollte darüber gesprochen werden, wie die Wahrnehmung von Männlichkeit und Weiblichkeit an Stereotypen gebunden ist, wie Männlichkeit nur gewahrt werden kann, wenn mann Manns genug ist, im Härtefall Gewalt einzusetzen. Wie wir unsere Kinder in soziale Rollen hinein erziehen, ohne es bewusst zu tun oder zu wollen. Wie Jungs als Piraten und Feuerwehrmänner zum Fasching/Karneval… gehen und Mädchen als Prinzessinnen, wie wir die rosa Karte für ein Mädchen schicken und die blaue, wenns ein Bub geworden ist.

ABER: Ist es Aufgabe der Justiz, diese Unterscheidung zu machen? Darf für einen Staatsanwalt „eine Sorte“ Menschenleben mehr „Wert“ sein, als die andere? Welchen Unterschied in den Ermittlungen macht konkret die Geschlechterverteilung der Opfer? Ist das nicht eine Leitdistinktion der Gesellschaft: Zuerst retten wir Alte, Frauen und Kinder, dann die Männer? Ist es denn wirklich vom juristischen & Ermittlungsapparat zu leisten, dies aufzuarbeiten?

Viktimologie ist dann ein output-orientierter Bestandteil der Ermittlungsarbeit, wenn es (potentielle) Opfer zu retten gibt. Was die Ermittler in Winnenden auf‑ und nachzubereiten haben, ist, IMHO, nicht mehr so stark opferkonzentriert, sondern fokussiert auf die Aufgabe des juristischen Systems: Recht von Unrecht zu unterscheiden und den Hergang der Ereignisse nachzuvollziehen – (juristische) Wahrheiten & Tatbestände zu schaffen, Sachverhalte zu prüfen. Ob man diesen Fokus unseres Rechtsstaats gut findet oder nicht, darüber lässt sich trefflich streiten – die Nachbereitung, von der ich nur spekulieren kann, dass sie Frau Schwarzer vorschwebt, fällt aber nicht in den Kompetenzbereich der Justiz.

SechstensNormal’s overrated – was ist „normal“?

Ein weiteres Problem, welches ich in der Argumentation sehe, ist die implizite Konstruktion von Normalität: Normale Familien, Jungen, Gewaltverhältnisse – was ist damit gemeint? Das, was wir unter normal im Sinne von normativ im Sinne von wünschenswert verstehen? Oder normal im Sinne von durchschnittlich, im Sinne der empirischen Norm? Frau Schwarzer deutet hier und dort unterschiedliche Normalzustände an oder lässt sie offen … – die einen dogmatisch favorisiert, die anderen traurige Realität?! Ich weiß es nicht …

Siebtens: Das Gegenbeispiel Sven (, der aus dem Artikel)

Sie führt es nicht sehr aus, dieses Beispiel, wahrscheinlich sollte das u.a. ein unterentwickelter Teaser für eine Emma-Ausgabe sein?! Niemand kann von den wenigen Infos des Kommentars den Fall bewerten, aber ich schmeiße mal Folgendes in die Runde:

Ich schätze mal in meiner bekannt realistischen Art, dass 99 % aller westlich sozialisierten Industrielandsbewohner schon mal Mordphantasien und –gedanken der einen oder anderen Art hatten. Ich habe die ständig, insbesondere wenn Menschen zwischen mich und mein Essen kommen. Doppelte Kontingenz ist das Stichwort, Freunde! Wir alle fühlen uns in unserer eigenen kleinen Welt als die einzig wichtigen Agenten und manchmal wollen wir das auch sein: Allmächtige Egoisten, alles mal selbst in der Hand haben, nur Ich entscheide den Lauf der Dinge, alles Meins, was ich will … Wir kennen das alle. Die Frage ist: Wo hören unsere Rückfälle in kindliche Allmachtsphantasien auf und wann werden wir der Welt um uns herum gewahr? Auch: Wir wissen natürlich immer um die Realität – Moral, Treu & Glauben, etc. halten uns in sozialisierten und menschenfreundlichen Bahnen. Ausbrechen tun nur die wenigsten und diese „AusbrecherInnen“ werden dann direkt vom sozialen Umfeld zu Monstern deklassiert, damit man sich mit dem eigentlichen Konflikt nicht mehr zu befassen braucht.

Zurück zum Argument: Die meisten Menschen haben ab und zu den Gedanken, wie schön es wäre, wenn sie mal König der Welt sein könnten, schalten und walten, wie es ihnen gefällt. Auch Gefühle der Unzulänglichkeit kennen die meisten Menschen – hier sind sich Männer und Frauen auf unterschiedliche Art & Weise doch nicht unähnlich. Viele junge Menschen können mit diesen Gefühlen noch nicht allein adäquat fertig werden, nicht alle jungen Menschen haben das soziale Supportnetz, um „politisch korrekt“ erwachsen zu werden. Waffen bedienen lernen, kann man im Schützenverein, und wenn man unbedingt will, kann buchstäblich Alles zur Waffe umfunktioniert werden.

Die Summe dieser Einzelfakten bezogen auf einen Menschen macht noch lange keinen Attentäter. Phantasiehandlungen und –vorstellungen sind nicht das gleiche wie das Bedürfnis, tatsächlich eine Waffe mit in die Schule zu nehmen und gegen seine MitschülerInnen zu richten um „alle platt zu machen, es ihnen zu zeigen“, etc. Hier sind wir wieder bei der Bondage-Geschichte: Phantasie entspricht nicht der tatsächlich herbeigewünschten Realität.

Da Frau Schwarzer keine näheren Angaben macht, sie aber als kompetente Herausgeberin und Journalistin bekannt ist, muss man ihr an dieser Stelle vertrauen, dass Sven tatsächlich ein geläuterter Beinahe-Attentäter ist. Schlimm und tragisch genug als Einzelschicksal – aber dennoch wäre hier ein wenig mehr journalistische Distanz nicht schlecht, um die Potentialität der damaligen Situation abzuschätzen.

Und warum zeigt Frau Schwarzer hier nur zwei Entwicklungsmöglichkeiten für den jungen Mann auf – Frauenhasser oder Frauenversteher? Warum wird die Diskussion aufgrund dieser Leitdistinktion weiter geführt? Warum kann nicht das gemeinsame Moment der Menschlichkeit diskutiert werden und die so negativ betonte Geschlechterdifferenz positiv als Potential dargestellt werden? Das ist nämlich ein Problem, das entsteht, wenn man zu sehr am juristischen Diskurs bleibt: Man übernimmt die legaldefinitorischen Grenzen und Prämissen – dann gibt es plötzlich nur noch Frauen als Opfer und Männer als Täter und schon sind wir in starre dichotome „Wahrheiten“ verstrickt, die uns im gesellschaftlichen Diskurs nicht mehr weiter bringen.

Irgendwie wird mir zum Ende hin diese Dimension des „Geschlechterkampfes“ zu stark betont – ohne Alternativen zu nennen. Ein Teilen der Macht & ein Wendepunkt im Geschlechterverhältnis wird beschrieben, polarisierende Identitäten werden bestätigt – immer wenn es in großen Friedensprozessen soweit ist, ist die Gefahr, dass es noch einmal zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kommt, besonders hoch. Insbesondere, wenn exklusive und unflexible Identitäten (männliche Täter – weibliche (Putativ‑)Opfer) verteilt werden, die Gesellschaft in diese Gruppen eingeteilt wird – wie will man denn da noch gewaltsame Auseinandersetzungen, eine Wir-die (bösen, gefährlichen … ) Anderen-Generalisierung vermeiden? So werden Konfliktdynamiken in Gang gesetzt und befeuert, aber keine sozialen, lebensweltlichen Herausforderungen angetreten.

Ich stimme Frau Schwarzer zu, wenn sie schreibt, dass das Wegsehen ein ungeheuerlicher Akt ist. Nur die Adressaten des Kommentars sehe ich gänzlich woanders in der Gesellschaft angesiedelt.

Achtens: Bitte was ist damit gemeint?

Männer erschrecken vor sich selbst beziehungsweise der Spezies, zu der sie gehören; Frauen erschrecken vor der (potenziellen) Gewalt von Männern.

Männer“ – n.b. die Generalisierung hier – erschrecken sich, weil sie Menschen sind? Bitte was? (Die Anthropologin flüstert das N.B. Ⅱ: Frauen & Männer gehören derselben Spezies an, ohne dass das besonders schrecklich ist oder je war – ganz im Gegenteil: Es sichert die Arterhaltung.)

Loses Fazit aus sozialpsychologischer Perspektive

Tragödien wie die von Winnenden, Erfurt, Virginia Tech, Columbine … erwecken uns aus unserer selbstkonstruierten Sicherheit. Plötzlich ist etwas nicht erklärbar. Rationalisierungen halten unser Weltbild zusammen – mangelnde Konsistenz macht uns fertig. Eine Welt, die wir uns nicht erklären können, die ganz und gar außerhalb der Grenzen der Erwartbarkeit liegt, die Unberechenbarkeit der Anderen, die von einer Sekunde auf die andere des Menschen Wolf werden können.

homo homini lupus est, non homo, quom qualis sit, non novit.

Wir sehen, dass es im Gegenüber noch etwas anderes gibt, als Vernunft und dass es Grenzgänger gibt, die die Moral und Fassungskraft dessen, was für die Conditio Humana halten, sprengen. Denn wie schon Dostojewski schrieb: Nichts ist einfacher, als den Bösen bloßzustellen – Nichts schwieriger als ihn zu verstehen.

Und ist es nicht unsere Pflicht zu erklären, verstehen zu wollen, was wir selbst in unserer Mitte hervorbringen? Ist es nicht die Aufgabe der Gemeinschaft, Verantwortung für den Einzelnen zu übernehmen?

Ich denke hier an die afrikanische Lebensphilosophie des Ubuntu, aber auch buddhistische Lehren kennen das Konzept Teil eines Ganzen zu sein, dessen Harmonie und Menschlichkeit geschädigt wird, wenn man einem Teil – und sei es sich selbst – Gewalt antut. Es gibt ein afrikanisches Sprichwort, dass besagt: „Um ein Kind großzuziehen, braucht es ein ganzes Dorf“.

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.. auch immer mehr Männer distanzieren sich von Gewalt an Frauen: z.B. der Verein WHITE RIBBON – whiteribbon​.at .

LG Andrea, Salzburg

Hallo Andrea,

ja und das recht erfolgreich. Ich erinnere mich noch an die Aktion von amnesty international vor einigen Jahren, bei der sich Künstler an der Kampagne beteiligt haben.

[…] noch um ein sinnloses Killerspiele/Ego-Shooter-Verbot bemühen – wir haben das schon mal in anderem Zusammenhang erörtert – da lese ich heute über ganz andere Dinge, die offenbar auch mit Videospielen […]

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