Eins vorweg: Dies ist kein leidiger “Es tut mir so leid dass ich nicht gebloggt hab, ich verspreche von nun an mehr zu bloggen”-Post.

Es ist offensichtlich, dass dieses Blog im letzten Jahr brach lag. Abgesehen von regelmäßigen Mini-Updates via Twitter & Co. gab es nicht wirklich viele Schreibideen, die es über ein klägliches Entwurfsstadium oder eine Titelnotiz hinaus geschafft haben. Das Blog war, ist und bleibt für mich ein reines Privatvergnügen um mit der deutschsprachigen Familie,  Freunden & Bekannten in Kontakt zu bleiben und mehr oder minder laut zu denken.

Nun ist es für keinen, der mich so als Mensch im echten Leben kennt, verwunderlich, dass das mit dem in Kontakt bleiben schwierig für mich ist. Ich brauche im Schnitt 3 Monate um Facebook Nachrichten zu beantworten. Manchmal dauert es auch sechs Monate. Da bin ich nicht stolz drauf, das ändert aber nix an der Tatsache. Mittlerweile reicht es zumindest zum Disclaimer wenn ich neue Leute kennenlerne: Hi, there. I’m Amy. Nice to meet you! BTW: I’m really bad at getting back to people… Somebody should make a T-shirt for that.

Anywoo,… für die Blogstille gibt es einige Gründe, von denen sich die meisten erledigt haben oder alsbald erledigen werden:

  1. Ich war ausgelastet mit dem zweiten Masterprogramm, für das ich mein Zertifikat aller Voraussicht nach in drei Wochen entgegennehmen werde.
  2. Das Masterprogramm war eine so furchtbare Rundumerfahrung, dass ich nicht unter klagefreudigen Briten darüber schreiben wollte. Hier im Blog gibt es zwar ausschnitthafte Aspekte und Perspektiven von mir, jedoch bin ich immer bemüht meine Sicht der Wahrheit wiederzugeben. Die hätte ich mir in Bezug auf das Masterprogramm aber nur mit rechtlichem Beistand leisten können. Das war leider keine Option. Die Ergüsse und Tiraden wären NSFW gewesen. Allerdings war das Masterding eine so allumfassende Sache, dass ich nicht nicht darüber schreiben konnte. Go figure.
  3. Nach dem Masterprogramm setzten hier unschöne Realitäten ein, sodass ich nicht das Gefühl hatte irgendetwas Positives berichten zu können. Da ich selbst so Jammergeschichten und Opferdramen auf Dauer nicht gut aushalte, hab ich von Gewalt am geschätzten Leser abgesehen und diese auch nicht produziert. Seit Januar arbeite ich an der Selbstgestaltung der Perspektive und am Verbessern der Aussicht. Klarer Fall von schwarzes Loch nach Studienabschluss und falsches Land zur falschen Zeit mit falschem Abschluss. Soll vorkommen.
  4. Wir sind nunmehr seit fast 2 Jahren in England und es kostet mich mittelschwer Nerven und Energie, mich vernünftig auf Deutsch zu artikulieren, von Rechtschreibung und Grammatik ganz zu schweigen. My German is broken… und weil ich die Worte schneller nachschlage als sie mir einfallen, kostet mich jeder Text auf Deutsch länger als auf Englisch. Momentan arbeite ich an einem deutschsprachigen Projekt, für das ich bereits 20.000+ Worte geschrieben habe. Ich bin also im Fluss und hoffe dabei zu bleiben.
  5. Wie mit allen Sachen im Leben ist das Schreiben leichter, wenn man es zur Gewohnheit macht. Je länger man nicht schreibt, desto schwieriger ist es wieder anzufangen und desto leichter ist es, es einfach bleiben zu lassen. Teufelskreis, negative Feedbackschleife, Bla blubb.

Momentan bin ich berechtigter Hoffnung und frohen Mutes, eventuell vielleicht wieder öfter in Langform ins Internet hinein zu schreiben. Die vielen Rückmeldungen von Freunden & regelmäßig Interessierten motivieren dann doch nicht unerheblich. ;)

Auf Wiederlesen!

PS: Es scheint nicht so klar zu sein wo genau ich meine Mini-Updates verbreite. (Deshalb hab ich sie jetzt unter dem Titel „Lifestream“ in die Sidebar geschoben.) Facebook ist nicht mein Freund, Twitter aber schon, und sämtliche Kurzdingens sind in der Daily Digest-Kategorie archiviert.

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